​Als sich der ​FC Bayern München in Person von Hasan Salihamidzic vor gut einem Jahr ​Zoff mit dem FC Chelsea einhandelte, ging es um einen Wechsel des jungen Engländers Callum Hudson-Odoi. Der Transfer kam auch im Sommer 2019 nicht zustande, der mittlerweile 19-Jährige verlängerte stattdessen seinen Vertrag bei den Blues bis 2024. Hat sich sein Verbleib für ihn und die Mannschaft von Trainer Frank Lampard ausgezahlt? Vor der Hinspiel-Partie der beiden Mannschaften im Achtelfinale der ​Champions League wirft 90min einen Blick auf die einst brisante Personalie.  


Nachdem Borussia Dortmund immens gute Erfahrungen mit einem jungen englischen Offensiv-Talent namens Jadon Sancho gemacht hatte, dachte sich der FC Bayern München vor rund einem Jahr wohl "Das können wir auch!" - und so baggerte Salihamidzic intensiv an der Verpflichtung von Callum Hudson-Odoi. Jung, hochtalentiert, Engländer, offensiver Außen - die Parallelen zu Sancho waren gegeben. 


Doch Chelsea missfiel der Abwerbungsversuch sehr, da Brazzo angeblich zuerst an den Spieler selbst und die Öffentlichkeit herangetreten war - ohne vorher mit den Verantwortlichen beim englischen Klub zu sprechen. Ein Jahr später stehen sich die Münchener und Chelsea nun in der Königsklasse gegenüber - doch Callum Hudson-Odoi wird für keines der beiden Teams auf dem Platz stehen.


Verletzung stoppt den Höhenflug


Inmitten der Querelen um seinen Transfer riss sich Hudson-Odoi im April letzten Jahres im Ligaspiel gegen den FC Burnley die Achillessehne. Die Verletzung bedeutete nicht nur das Saisonaus für ihn, er verpasste zudem die komplette Sommer-Vorbereitung und griff erst am siebten Spieltag der laufenden Saison wieder in das Premier-League-Geschehen ein.​

Callum Hudson-Odoi

Hält sich die gerissene Sehne - Callum Hudson-Odoi



In der Folge stand er jedoch in fast jeder Partie auf dem Platz, oft auch in der Startelf - 27 Pflichtspiele, vier Tore und sechs Vorlagen sammelte er in dieser Saison bereits. Anfang Februar verletzte sich Hudson-Odoi jedoch erneut und fällt deshalb wahrscheinlich auch für die beiden Duelle mit den Bayern aus. 


Obwohl die neuerliche Oberschenkel-Blessur nicht so gravierend sein soll, wirft sie den Profi erneut zurück. Zudem hat sich der ebenfalls noch sehr junge Mason Mount in der Offensive von Chelsea in den Fokus gespielt und stellt neben Willian, Pedro und Christian Pulisic erhebliche Konkurrenz für Hudson-Odoi dar.


Der nächste Schritt

​Trainer Frank Lampard betont immer wieder, dass er mit Hudson-Odoi für die Zukunft plant. Doch der dreifache englische Nationalspieler muss noch an sich arbeiten, vor allem in den Bereichen Torgefahr und Zielstrebigkeit hat er gegenüber seinen Landsmännern Jadon Sancho oder Raheem Sterling noch erheblichen Nachholbedarf. 

Callum Hudson-Odoi

Hudson-Odoi im Trikot der englischen Nationalmannschaft



Erholt er sich rechtzeitig, wird er ein Kandidat für den englischen Kader bei der Europameisterschaft sein. Ihm ist zuzutrauen, dass er bei dem Turnier für den einen oder anderen Glanzpunkt sorgen kann und sich somit im Sommer erneut Gerüchten um seinen Abschied stellen muss. Doch Callum Hudson-Odoi wird sich bei Chelsea durchbeißen wollen. Er hat das Vertrauen des Trainers, fühlt sich wohl in seinem Ausbildungsverein und wird keinen Grund sehen, seine komfortable Situation mit einem Wechsel zu riskieren.