​Gegen den Aufsteiger Union Berlin zeigte die ​Frankfurter Eintracht mal wieder ihr hässliches Gesicht - und unterlag zuhause völlig verdient mit 1:2. Die Inkonstanz der Hessen, die regelmäßig einem guten Auftritt einen schlechten folgen lassen, zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison. Am kommenden Wochenende (So, 18.00 Uhr) sind die Adler beim ​SV Werder Bremen gefordert, auf das schlechte Spiel gegen die Eisernen eine positive Antwort zu geben.  


Doch das dürfte alles andere als leicht werden; denn auch Gastgeber Werder hat am Sonntag fast keine Wahl - und muss das Spiel gewinnen. Im Bremer Wohninvest-Weserstadion steht damit an diesem kommenden 24. Spieltag ein absolut wegweisendes Spiel an - das schlüsseligste Schlüsselspiel der Saison, wenn man so will. 


Eintracht Frankfurt steht aktuell zwar um einiges besser da als die Grün-Weißen, doch diese momentane Tabellenkonstellation (11. Platz) ist trügerisch. Zumal die Leistungen der Hessen in der jüngsten Vergangenheit nicht unbedingt zu überaus optimistischem Denken verleiten. 


Eintracht Frankfurt nicht konstant genug


"Wir spielen nicht konstant", urteilt Kapitän Hasebe gegenüber dem kicker. "Ein Spiel ist überragend, das nächste wieder wie gegen Union Berlin. Das ist unser Problem. Wir rotieren viel, aber wir haben genug Qualität. Gegen Union hat einfach Mentalität gefehlt, das heißt: das Zweikampfverhalten, die letzte Konsequenz." Also alles, was die Eintracht in den letzten zwei Jahren ausgezeichnet hat. 

Sebastian Andersson

Gegen Union lieferte die SGE eine schwache Vorstellung ab



Bei einem noch genaueren Blick auf das Tableau fällt auf: Union eingeschlossen (das mit dem Sieg in der Commerzbank-Arena nun aber an den Hessen vorbeigezogen ist), hat Eintracht gegen fünf der hinter ihr rangierenden Teams in dieser Spielzeit verloren. Paderborn, Mainz, Köln, Augsburg und jetzt eben die Köpenicker waren allesamt in der Lage, die Hessen zu schlagen. Das sollte ebenfalls in den Köpfen der Frankfurter Kicker präsent sein, denn die acht Punkte Vorsprung auf die Fortuna aus Düsseldorf (auf dem 16. Platz) sind bei solchen Leistungen wie gestern schnell aufgebraucht. 


Gegen die Großen konnten die Hessen zwar kurioserweise ebenfalls stark punkten (Bayern, Leipzig, ​Leverkusen wurden geschlagen, gegen ​Dortmund gab es ein Unentschieden, nur in Gladbach wurde verloren), doch das war noch zu Zeiten, als die Eintracht insgesamt etwas stabiler unterwegs war (und benannte Gegner auch nicht gerade in ihrer jeweiligen Höchstform waren). 


Nach dem Gastspiel bei Werder sind die folgenden Gegner allesamt Spitzenteams: Leverkusen, Gladbach und Bayern. In der aktuellen Form ist da nicht unbedingt von drei Siegen für die Frankfurter auszugehen.


Werder Bremen zum Siegen verdammt


Und der Gegner vom Sonntag? Steht natürlich noch viel dichter am Abgrund. Seit dem Rückrunden-Auftakt bei Fortuna Düsseldorf konnte Werder keinen einzigen Punkt mehr einfahren. Fünf Niederlagen am Stück haben dafür gesorgt, dass die Bremer mittlerweile auf dem vorletzten Rang liegen.Die Kluft zu den lange Zeit noch gleichauf liegenden Düsseldorfern ist mittlerweile auf drei Punkte (und das um fünf Tore schlechtere Torverhältnis) angewachsen. 

SV Werder Bremen v Borussia Dortmund - Bundesliga

Krisenstimmung an der Weser



Es heißt also für beide Teams am Sonntag: verlieren verboten. Selbst ein Punkt wäre für Werder, zumal in einem Heimspiel, eigentlich zu wenig. Die Eintracht hingegen könnte wohl eher mit einem Zähler leben. Vorübergehende Erleichterung verschaffen würde aber auch in ihrem Fall nur ein Dreier. Im schlüsseligsten Schlüsselspiel der Saison.