​​Real Madrid knackte im Sommer 2013 mit der Verpflichtung von Gareth Bale zum ersten Mal in der Geschichte des Fußballs die Transfer-Schallmauer von 100 Millionen Euro. Seitdem haben sich neun weitere Spieler zu diesem erlauchten Club gesellt. Und fast alle haben eines gemeinsam: sie sind gefloppt. 


Der ​FC Bayern sträubt sich bekanntlich davor, die 100-Millionen-Euro-Marke für einen Neuzugang zu knacken. Mit einem Blick auf die teuersten Spieler aller Zeiten ist das nachvollziehbar. Die zehn Spieler, die bislang für über 100 Millionen Euro über die Ladentheke gingen, sind nämlich vor allem eines: ein Katalog des Grauens. 


Die 10 teuersten Spieler der Geschichte

Neymar​FC Barcelona 🔄 PSG​222 Millionen Euro​
​Kylian Mbappe​AS Monaco 🔄 PSG​145 Millionen Euro
Philippe Coutinho​​FC Liverpool 🔄 FC Barcelona​145 Millionen Euro
​Joao Felix​Benfica 🔄 Atletico Madrid​126 Millionen Euro
​Ousmane Dembele​BVB 🔄 FC Barcelona ​125 Millionen Euro
​Antoine Griezmann​Atletico Madrid 🔄 FC Barcelona​120 Millionen Euro
​Cristiano Ronaldo​Real Madrid 🔄 Juventus Turin​117 Millionen Euro
Paul Pogba​​Juventus Turin 🔄 Manchester United​105 Millionen Euro
​Gareth Bale​Tottenham 🔄 Real Madrid​101 Millionen Euro
​Eden Hazard​Chelsea 🔄 Real Madrid ​100 Millionen Euro


Ausgenommen zwei aus dem Bunde: Kylian Mbappe und ​Cristiano Ronaldo. Für Mbappe legte Paris Saint-Germain im Sommer 2018 schlanke 145 Millionen Euro auf den Tisch, nachdem der französische Weltmeister bereits ein Jahr auf Leihbasis in der Stadt der Liebe gekickt hatte. Der 21-Jährige stottert die Summe seitdem mit herausragenden Leistungen brav ab und ist als absoluter Gewinn zu verbuchen. Cristiano Ronaldo indes wechselte ebenfalls 2018 für 117 Millionen Euro zu ​Juventus Turin. Allein als Marke ist CR7 unbezahlbar; dass er zudem wie ein guter Wein mit dem Alter noch besser zu werden scheint, tut sein übriges. 


Dem gegenüber stehen acht Flops - in unterschiedlichen Abstufungen. Ein Eden Hazard durchlebt ein schwieriges erstes Jahr in Madrid - geplagt von Übergewicht, Kaltstart und Verletzungsproblemen. Ihn als Flop abzustempeln, wäre wohl übereilt. Bei einer Ablösesumme von 100 Millionen Euro darf die Messlatte allerdings hoch angesetzt werden. Selbiges gilt für Antoine Griezmann, der beim ​FC Barcelona bislang eher Fremdkörper als Gewinn ist. Kostenpunkt: 120 Millionen Euro. Und ein Joao Felix ist noch jung, da ist eine schwierige erste Saison (zumal: zum ersten Mal weg von zuhause) nachvollziehbar. Nur: Bei 126 Millionen Euro muss auch der 20-Jährige hinterfragt werden - das bringen solche Summen nunmal mit sich.


Irgendwo zwischen den Welten schwebt Neymar. Der Brasilianer - mit 222 Millionen Euro der teuerste Spieler aller Zeiten - hat die Verkaufszahlen bei PSG so massiv angekurbelt, dass der französische Hauptstadtclub mit dem sensiblen Angreifer früher oder später wohl Rendite einfahren wird. Sportlich gesehen wird der Brasilianer der Ablösesumme aber nicht gerecht. Neymar zaubert hier und da, gewinnt der Mannschaft ein paar Spiele - nur: zum großen Wurf reicht es für PSG auch mit Neymar nicht. Was auch daran liegen mag, dass "Ney", wie Cheftrainer Thomas Tuchel ihn liebevoll ruft, eigentlich lieber woanders kicken möchte. Das hatte sich der Brasilianer bei seinem Wechsel vor rund dreieinhalb Jahren wohl nicht so recht überlegt. 


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Und dann gibt es noch das Ende der Fahnenstange. Ganz unten in der Schatulle liegen die Transfer-Leichen Gareth Bale (101 Millionen Euro - wurde in Madrid nie wirklich glücklich, machte Madrid auch nie wirklich glücklich), Paul Pogba (105 Millionen Euro - ein kostspieliger Fehlgriff von ​Manchester United), Ousmane Dembele (125 Millionen Euro - entweder verletzt oder bockig) und Philippe Coutinho (145 Millionen Euro - ein Magier, zweifellos, dem es beim FC Barcelona aber nichtmal gelang, ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern). 


In Summe ergibt sich daraus ein Katalog des Grauens. Das Risiko, das ein Spieler hinter den Erwartungen zurück bleibt, besteht immer. Nur wenn dieser Spieler über 100 Millionen Euro kostet, stellt sich die Frage nach dem gesunden Menschenverstand - oder freundlicher ausgedrückt: der Kompetenz bei den Entscheidungsträgern und Financiers. Der Club der 100-Millioner ist bis dato - Mbappe und Ronaldo ausgenommen (aber Ausnahmen bestätigen ja die Regel) - mehr Schaulaufen als Business. Dass ein FC Bayern daran vorbei schiffen will, ist absolut verständlich. Und vielleicht auch gar nicht so verkehrt. Clevere Wirtschaft schlägt noch immer blinde Marktassimilierung - auch im schnelllebigen Geschäft Fußball.