​Niko Kovac hat sich zu Wort gemeldet. Der ehemalige ​Bayern-Coach gab bei Servus TV erstmals nach seinem Aus beim Rekordmeister im November ein Interview. Kovac bekräftigte seine Pläne, erst im Sommer wieder an der Seitenlinie stehen zu wollen. In der ​Bundesliga wird das wahrscheinlich nicht der Fall sein.


Für die ​Hertha sind die Aussagen von Kovac keine guten Nachrichten. Der 48 Jahre alte Ex-Profi bei der Alten Dame galt als absoluter Wunschkandidat, um die ambitionierten Pläne mit Investor Lars Windhorst ab der kommenden Saison umzusetzen. Doch Kovac ist offenbar nicht wirklich an einem Engagement interessiert - vielmehr gilt die englische ​Premier League als wahrscheinlichste nächste Station.

Kovac über seine Zukunft: "Es gibt viele gute Ligen - England, Spanien, auch die Bundesliga ist immer interessant"


Schon direkt nach seiner Beurlaubung beim FC Bayern habe er Angebote von Klubs aus der Premier League erhalten, erklärte Kovac. Neben England nannte er auch Spanien als mögliches Ziel: "Viel größer als Bayern gibt es nicht. Aber das ist mir egal. Wenn ich mich mit einem Klub identifizieren kann, werde ich es machen. Es gibt viele gute Ligen - England, Spanien, auch die Bundesliga ist immer interessant", wollte er in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar-7" nichts ausschließen.


"Ich sage es immer wieder, Papier ist geduldig - und in der heutigen Zeit geht es schnell. Es gibt schon das ein oder andere an Wahrheiten, doch das ein oder andere stimmt auch nicht. Am Ende wird man sehen, was es wird. Nationalteam habe ich in jedem Fall schon hinter mir - und das tägliche Arbeiten liegt mir mehr. Ich bin auf jeden Fall bereit, dorthin zu gehen, wo ich mich geschätzt fühle. Das ist letztendlich entscheidend", so Kovac weiter.


Bis zum Sommer werde er aber definitiv warten: "Ich brauche auch einfach mal die Zeit, um einfach mal wieder runterzukommen. Jetzt spüre ich aber langsam den Drang, die Freude, den Willen, als Trainer wieder etwas zu machen. Ich fühle jetzt wieder die Spannung. Ich gehe davon aus, dass ich im Sommer wieder was machen werde, darauf bereite ich mich vor."


Kovac über Zeit beim FC Bayern: "Es waren sehr lehrreiche Jahre für mich"


Auf die Zeit beim FC Bayern blickt Kovac positiv zurück. Im ersten Jahr gelang unter ihm in der Bundesliga die Aufholjagd, an deren Ende nicht nur die Meisterschaft gefeiert werden konnte, sondern mit dem Pokalsieg auch das Double: "Ich habe mich in den eineinhalb Jahren in München weiterentwickelt. Es waren sehr lehrreiche Jahre für mich. Dort wollen alle hin, doch nur wenige schaffen es. Diese Erfahrung, die ich sammeln durfte, werde ich sicherlich in der Zukunft nutzen können."


Wirklich unumstritten war Kovac aber nie. Zu pragmatisch und deutlich weniger attraktiv als aktuell unter Hans-Dieter Flick kam der FCB daher. Anfang November zogen die Verantwortlichen dann die Konsequenzen und stellten Kovac frei. "Fußball ist ein Sport, der Emotionen mit sich bringt. Viele Leute sagen immer vieles, doch das darf man nicht zu ernst nehmen. Ich bin einer, der schaut immer geradeaus", sagte Kovac angesprochen auf die ständigen Zweifel an seiner Arbeit.

Thomas Mueller,Niko Kovac

Die Arbeit geht für Kovac auch in seiner Auszeit weiter. Spielbeobachtungen und Fortbildung steht auf dem Programm. "Ich sehe mir natürlich weiterhin auch Spiele an, so habe ich auch Bayern gegen Leipzig angeschaut. Ich freue mich auch nach wie vor, wenn Bayern gewinnt", so Kovac. Auch das Verhältnis zu Nachfolger Flick sei intakt, der zuvor als Co-Trainer unter Kovac gearbeitet hatte. "Ich habe heute auch mit Hansi Flick telefoniert, ihm alles Gute zum Geburtstag und viel Erfolg für das Spiel [gegen den FC Chelsea, Anm. d. Red.] gewünscht. Außerdem versucht man das, was man in den letzten Jahren an Erfahrung gesammelt hat, für die Zukunft zu adaptieren - etwa in Sachen System, 4-3-3 oder 4-4-2."