​​Werder Bremen verliert das fünfte Ligaspiel in Folge. Die Ausmaße der Krise erreichen katastrophale Zustände. Das Vertrauen für Florian Kohfeldt hat trotz der Abwärtsspirale weiterhin Bestand.


Es sind Zeiten des Grauens an der Weser. Die fortwährende Krise verschlimmert sich von Woche zu Woche. Mittendrin ist der Mann, der sich mit all seiner Hoffnung gegen den drohenden Abstieg stellt. Doch auch die Kräfte von Florian Kohfeldt scheinen allmählich zu schwinden.


Der einstige Trainer des Jahres hat sicherlich einen Teil zur Situation beizutragen. Eine solche Ausnahmesituation erlebte der junge Übungsleiter noch nie. Der 37-Jährige sucht händeringend nach Lösungen. Die vielen Erkenntnisse des Werder-Dramas zeigen vor allem, wie überfragt der Bremer Trainer ist.


Ist Kohfeldt noch immer der Richtige?


​Seit Wochen müssen sich die Verantwortlichen bereits die Frage stellen, ob Florian Kohfeldt noch immer der Richtige an Werders Seitenlinie ist. Laut Sportchef Frank Baumann und Co. ​erhält der Ur-Bremer weiterhin volles Vertrauen. Bisher hat es dieser aber nur in geringem Maße zurückgezahlt. Die ausbleibenden Ergebnisse sprechen klar für sich - und gegen Kohfeldt.

Florian Kohfeldt

Die Mannschaft kann die Forderungen ihres Trainers nicht umsetzen



Der Trainer hat Schwierigkeiten, die Mannschaft zu erreichen. Seine vielen Lösungsansätze finden zwar theoretische Anwendung, doch praktisch kann das Team keine Verbesserungen zeigen. Seit über zwei Monaten schossen die Bremer kein eigenes Tor. Defensiv haben die Grün-Weißen noch immer mit den Schwachstellen aus der Hinrunde zu kämpfen. In Sachen Standardverteidigung oder Umschaltspiel haben sich die Verhältnisse nicht gebessert.


Die ausbleibenden Ergebnisse der Maßnahmen sind wohl das größte Argument für das Aus von Kohfeldt. Selbst mit seinen Umstellungen wie der Dreierkette oder seiner Stürmer-Rochade konnte er die Wende nicht einleiten. Je öfter der Übungsleiter von den Grundlagen spricht, desto häufiger kann sein Ideenpotential hinterfragt werden.


Die Krux mit der Wachablösung


Bekanntlich bleiben die sportlichen Lichtblicke aus. Nur phasenweise kann sich Werder an den erfolgreichen Zeiten unter Kohfeldt orientieren. Wieso der Trainer vermutlich aber bis zum Ende der Saison auf der Bank sitzen wird, ist klar: Es gibt für Bremen keine Alternative, die den Klassenerhalt in irgendeiner Weise verspricht.

Frank Baumann

Frank Baumann hat nicht die Mittel und Zeit für eine erfolgreiche Trainersuche



Kohfeldt hat den Verein nicht gespalten, sondern kämpft viel mit den äußeren Umständen. Die großen Verletzungssorgen, der mentale ​Zustand des Teams und die vielen Unruhen um Polizeikosten und drohende Finanzeinbußen. Es ist die Gesamtlage, die die Arbeit des Übungsleiters so erschwert. Ein neuer Kandidat müsste weitestgehend mit den gleichen Problemen klarkommen.


Und so hat Kohfeldt weiterhin einen Kredit. Er kennt den Verein und die Philosophie, bewies bereits kurz nach seiner Ankunft Retter-Qualitäten und hat ein großes fußballerisches Verständnis. Diese Aspekte müssen Bremen bis zum Sommer retten. Die Zeit ist zu knapp, um mit einem Umbruch jetzt noch das Ruder herumzureißen.