Im Derby gegen den FC St. Pauli musste sich der Hamburger SV wieder einmal geschlagen geben. Nach einer guten Anfangsphase verloren die Hausherren den Faden, was die Kiezkicker noch vor dem Pausenpfiff doppelt bestraften. Nach dem 0:2 ist der HSV auf den Relegationsplatz abgerutscht, St. Pauli verschafft sich derweil Luft im Abstiegskampf.


Zu Beginn des Spiels waren die Hausherren die dominante Mannschaft. Die Elf von Dieter Hecking erarbeitete sich zahlreiche gute Gelegenheiten​, verpasste es jedoch, diese in ein Tor umzumünzen. Das gelang St. Pauli deutlich besser: In der 20. Minute erzielte Henk Veerman die 1:0-Führung für die Gäste, nur neun Minuten später erhöhte Matt Penney aus 20 Metern auf 2:0.


Spannung dank VAR


Die Angriffe des HSV wurden zunehmend ideenloser, im zweiten Durchgang änderte sich wenig am Spielverlauf. In der 58. Minute verpasste St. Pauli das 3:0 um Haaresbreite, knapp zehn Minuten später war kurzzeitig wieder jubeln angesagt: Nach einem Eckball versenkte Rico Benatelli einen Kopfball im Netz, der Video-Assistent nahm den Treffer jedoch wegen einer Abseitsstellung von Ryo Miyaichi, der die Sicht von Torhüter Daniel Heuer Fernandes blockiert, zurück. 

In der Folge konzentrierte sich St. Pauli darauf, den Vorsprung zu halten, während sich der HSV darum bemühte, Druck zu erzeugen - gelingen mochte das aber kaum. ​​Für einen kurzen Moment schien es doch so, als käme noch einmal Spannung auf, das vermeintliche Anschlusstor von Lukas Hinterseer aus der 82. Minute wurde jedoch aufgrund eines Handspiels von Joel Pohjanpalo wieder zurückgezogen. 


Die weiteren Angriffsversuche verliefen im Sand, die besten Gelegenheiten hatte Martin Harnik (87., 89.) - wirkliche Gefahr kam allerdings auch nicht in der fünfminütigen Nachspielzeit auf. Nach dem späten 1:1 gegen Hannover 96 lässt der HSV wieder wichtige Zähler liegen, St. Pauli klettert dagegen vorübergehend auf den 12. Tabellenplatz und hat vor den Sonntagsspielen vier Punkte Vorsprung auf Rang 16.


HSV-Fans enttäuscht


Trotz einiger strittiger Fehlentscheidungen waren Diskussionen um die Leistung von Schiedsrichter Manuel Gräfe nur zweitrangig. Vielmehr ärgerten sich die HSV-Fans im Netz über den schwachen Auftritt der eigenen Mannschaft, die wie schon im Hinspiel mit 0:2 gegen den Stadtrivalen verlor. 

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