Der FC Bayern hat sich am Freitagabend zu einem 3:2-Heimsieg gegen den SC Paderborn gemüht. Neben den schwachen Auftritten der Reservisten fiel beim Rekordmeister vor allem die taktische Umstellung auf eine Dreierkette auf - mit mäßigem Erfolg. Die Bayern-Erkenntisse zur Partie.


Dreierkette funktioniert nicht


Erwartet wurde der FC Bayern am Freitagabend eigentlich in einem 4-3-3-System. Joshua Kimmich fand sich allerdings nicht im defensiven Mittelfeld ein, sondern spielte den rechten Part einer Dreierkette beim FC Bayern. Alvaro Odriozola und Alphonso Davies agierten als vorgezogene Außenverteidiger, während David Alaba und Lucas Hernandez die Dreierkette komplettieren.

FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN MUNICH-PADERBORN

Der taktische Kniff von Cheftrainer Hansi Flick ging allerdings nur bedingt auf. Joshua Kimmichs Präsenz fehlte im Mittelfeld, in dem Thiago und Corentin Tolisso kaum Dominanz herstellen konnten. Die offensiven Außen Odriozola und Davies produzierten vor allem heiße Luft und fehlten in Kontersituationen über die Außenbahnen zu häufig hinten. 


Auch die Spieleröffnung fruchtete mit der Dreierkette kaum. Durch die fehlende Präsenz im Mittelfeld und die harmlosen Außen, schaffte der FC Bayern selten einen klaren und strukturierten Aufbau. "Wir hatten durch die Umstellung ein bisschen Probleme im Spielaufbau, dadurch dass wir dann zwei Außenverteidiger als Außenstürmer im Spiel und vielleicht nicht die hundertprozentige Zielstrebigkeit Richtung Tor hatten", erklärte Thomas Müller nach dem Spiel (zitiert via Eurosport). 


Das Experiment Dreierkette ist nicht aufgegangen. Am Dienstag will Hansi Flick in der Champions League gegen den FC Chelsea wieder zum bewährten 4-3-3-System zurückkehren. "Das war der personellen Situation geschuldet. Ganz einfach", legte Flick die Hintergründe für den Wechsel auf eine Dreierkette dar. 


Der FC Bayern lebt von Gnabry und Lewandowski


Insgesamt zeigte der FC Bayern gegen Paderborn eine über 90 Minuten eher schwache Leistung. Den Unterschied machten - wieder einmal - Serge Gnabry und Robert Lewandowski. Gnabry sorgte - im Gegensatz zu seinem Pendant Philippe Coutinho - für mächtig Betrieb, erarbeitete sich die 1:0-Führung und legte anschließend den Doppelpack von Robert Lewandowski mustergültig vor. Seine Tempoläufe und scharfen Flanken brachen den Gästen aus Paderborn letztlich das Genick.

Robert Lewandowski

Dass auf Robert Lewandowski Verlass ist, ist ohnehin klar. Doch ist es immer wieder erstaunlich, wie zuverlässig der Pole abliefert, wenn es nötig ist. Lewa erzielte den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 und zum 3:2-Endstand kurz vor Schluss - und bewahrte den FC Bayern damit vor einem Punktverlust gegen Aufsteiger Paderborn.


Die Reservisten enttäuschen


Der zu dünne Kader ist beim FC Bayern ein Streitthema, das sich durch die ganze Saison zieht. Dass von der Bank genug Qualität kommt, lässt sich in der Regel nur an klangvollen Namen festmachen. Die gezeigten Leistungen auf dem Platz hingegen sind Wasser auf die Mühlen der Kritiker an der Münchner Kaderpolitik. 

Laurent Jans, Philippe Coutinho

Am Freitagabend durften Corentin Tolisso, Alvaro Odriozola und Philippe Coutinho sich von Anfang an beweisen. Winter-Neuzugang Odriozola präsentierte sich auf der rechten Seite zwar umtriebig, fiel jedoch mit einem schlechten Stellungsspiel auf, ging in Zweikämpfen zu leicht zu Boden und brachte seine meist auf Hüfthöhe geschlagenen Flanken selten an den Mann. 


Corentin Tolisso rutschte indes für den angeschlagenen Leon Goretzka in die Startelf, wusste aber auch nicht nachhaltig zu überzeugen. Der französische Nationalspieler spielte einige gute Bälle - wie vor dem 1:0 durch Serge Gnabry - und bot sich häufig als Element in der Offensive an, ließ jedoch Dominanz und Spielkontrolle vermissen. Insgesamt ein blasser Auftritt. 


Philippe Coutinho hingegen steckt weiterhin im Formtief. Der Brasilianer tauchte gegen Paderborn erneut unter, traf in vielversprechenden Situationen die falschen Entscheidungen und spielte oftmals zu eigensinnig. Seine Zeit beim FC Bayern läuft definitiv ab.