​Per Ausnahmegenehmigung konnte der ​FC Barcelona auf die Verletzungsmisere reagieren und einen zusätzlichen Stürmer - außerhalb der offiziellen Wechselfrist - verpflichten. Die Wahl fiel schließlich auf den dänischen Stürmer ​Martin Braithwaite (28) vom abstiegsbedrohten Ligakonkurrenten Leganés. Dessen mexikanischer Trainer Javier Aguirre bebt immer noch vor Zorn.


Bummelige 18 Millionen Euro überweisen die Katalanen an die Madrider Vorstädter. Die spielen seit der Saison 2016/17 in der höchsten spanischen Spielklasse und kämpfen seitdem - und bislang erfolgreich - gegen den Abstieg. Zwei 17. Plätzen in den ersten beiden Saisons folgte im Vorjahr ein beachtlicher 13. Rang. Vor zwei Jahren gelang ihnen sogar der Einzug ins Halbfinale des spanischen Pokals. Doch diese durchaus zu würdigenden Erfolge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Leganés ein kleiner Verein ist. 


Mit den Großkopferten Klubs aus Madrid, Barcelona, Sevilla oder Valencia können sie natürlich auf Strecke nicht mithalten. Umso größer ist der Ärger bei den Pepineros über das Vorgehen des FC Barcelona.


"Ich glaube, man hat uns ganz einfach beraubt", sagte Aguirre gegenüber der Marca. "Man glaubt einfach nicht, dass einem, als Tabellenletzter, einfach so zwei Spieler weggenommen werden - zack, bumm, aus! Einfach so." Hintergrund: In der Winterpause hatte Leganés seinen marokkanischen Stürmer En-Nesyri an den FC Sevilla für 20 Millionen Euro verkauft.

CD Leganes v Real Betis Balompie  - La Liga

"Man hat uns beraubt!" - Leganés-Trainer ist wütend auf den FC Barcelona



"Ich weiß wirklich nicht, was Braithwaite dem FC Barcelona geben kann. Ich werde dazu nichts sagen. Sie werden schon wissen, warum sie ihn verpflichtet haben", deutete Aguirre an, dass der sportliche Mehrwert für die Katalanen eventuell überschaubar bleibt. 


Doch seiner Mannschaft wird er auf jeden Fall fehlen. Insgesamt konnte der Däne in 43 Liga-Spielen für Leganés zehn Tore erzielen und deren acht vorlegen. Somit war er in fast jedem zweiten Spiel für Leganés an einem Tor direkt beteiligt. Verständlich daher der Ärger des Trainers: "Mir ist noch nie passiert, dass mir ein Spieler innerhalb eines Tages genommen wird." 


Doch als Ausrede will der Mexikaner den Abgang seines Stürmers nicht nutzen. "Ich werde hier nicht den kleinsten Vorwand gelten lassen, um nicht alles zu geben. Wir müssen jetzt um jeden Ball kämpfen, als wäre es der letzte. Wer das nicht versteht, wird sich außerhalb des Kaders oder auf der Bank wiederfinden. Die Herausforderung für uns ist maximal, und wir brauchen dafür die Fans. Und die werden mit uns sein." 


Morgen tritt Leganés (Tabellenvorletzter mit 19 Punkten) beim ebenfalls abstiegsgefährdeten Celta de Vigo (auf Rang 17) an (13.00 Uhr). Zwei Punkte trennen die beiden Klubs. Doch die Kluft zu überwinden helfen, kann Braithwaite nun nicht mehr.