​Nach übereinstimmenden spanischen Medienberichten soll der FC Barcelona im Januar einen Vorstoß gewagt haben, um die Vereinsikone Xavi Hernández, kurz Xavi, aus seinem arabischen Exil zu holen und für seinen Leib-und Seelenverein zu gewinnen. Dass es am Ende nichts wurde, lag aber vor allem an Dingen, die damals nicht zur Sprache kamen - und nun enthüllt wurden. 


Damals, Mitte Januar, ließ Xavi verlauten, dass er es als "überstürzt" angesehen habe, seinen Stammverein in leitender Position - und als Nachfolger von Ernesto Valverde - zu übernehmen. Seine Worte damals ("Den FC Barcelona zu trainieren kommt für mich jetzt noch ein bisschen zu früh. Das heißt aber nicht, dass es nicht weiterhin mein Traum bleibt, eines Tages den FC Barcelona zu trainieren.") konnte man durchaus dahingehend interpretieren, dass dieser "eine Tag" noch in zwei-bis dreijähriger Entfernung läge. Wie ein am fernen Horizont stehendes Zukunfstprojekt. 


Die acht Gebote des Xavi H.


Doch laut einem Bericht des Radiosenders Cadena SER war die zeitliche Perspektive gar nicht so lang. Xavi habe demnach sogar im kommenden Sommer anfangen wollen. Die erste von insgesamt acht Bedingungen (je nach Zählweise), die der Welt-und Europameister dem Klub gestellt haben soll.


Denn eine sofortige Machtübernahme, ohne vorher Einfluss auf die Kadergestaltung gehabt zu haben, kam für Xavi nicht in Frage. Dazu wollte er alleinige und exklusive Entscheidungsgewalt haben, die sich auch auf den Jugendbereich erstrecken sollte. Bedingung Nr. 2.


Ferner forderte er, dass sein langjähriger Mitstreiter auf dem Platz, Carles Puyol, in seinem Stab arbeiten sollte. Bedingung Nr. 3.

Spain's defender Carles Puyol (C) and Sp

Räumten auch mit Spanien alles ab: Xavi Hernández und Carles Puyol



Ein wenig überschneidend mit der erstgenannten Kondition, verbat sich Xavi des weiteren jegliche Einmischung in seine Arbeit von seiten der Klubführung. Im Themenbereich Ab- und Zugänge wollte er das alleinige und letzte Wort haben, genauso wie in einer möglichen Umstrukturierung der La Masia, des Nachwuchszentrums der Blaugrana. Bedingung Nr. 4.

Und wenn man schon mal dabei ist - kann man auch die gesamte medizinische Abteilung auf links drehen. Bedingung Nr. 5. Und den Sohn des Klubheiligen, Jordi Cruyff, wieder ins Boot holen. Bedingung Nr. 6. Auch den langjährigen Nachwuchstrainer Joan Vilà wollte Xavi wieder um sich wissen. Bedingung Nr. 7. Und auch die familiäre Komponente sollte nicht fehlen: seinen Bruder Oscar hätte Xavi dann auch noch gerne an seiner Seite gewusst. Bedingung Nr. 8.


Wieviele dieser Forderungen der Klub erfüllt hätte, ist unbekannt. Fakt ist, dass sich beide Parteien (vorläufig) nicht einig wurden. Doch das will in dem momentanen Pulverfass, welches der FC Barcelona nach außen (und wohl auch nach innen) darstellt, nichts heißen. Ein Aus in der Champions League, eine Niederlage im Clasico - und Setiéns Tage dürften dann auch schon wieder gezählt sein.