HSV-Coach Hecking steht vor einer schwierigen Entscheidung: Neben Lukas Hinterseer brennt auch Joel Pohjanpalo auf einen Startelfeinsatz im Stadtderby gegen den FC St. Pauli.


Am kommenden Samstag sind in ​Liga 2 alle Augen auf das Derby zwischen dem ​Hamburger SV und dem ​FC St. Pauli gerichtet. Die „Kiezkicker“ könnten sich mit einem Sieg vorerst Luft im Abstiegskampf verschaffen. Der HSV hofft auf die Revanche aus der 0:2-Hinspielpleite. Die Frage ist, ob diese mit Hinterseer oder Pohjanpalo im Angriff gelingen soll.


Rüstet Hecking um?

Dieter Hecking

Hinterseer dürfte etwas dagegen haben. Mit Pohjanpalo haben sich die Hamburger in der Winterpause jedoch einen echten Knipser geangelt. Die Leihgabe aus Leverkusen erzielte nach zwei Einwechslungen bereits zwei Tore. Beim VfL Bochum drehte er die Partie zugunsten des HSV. Durch den Last-Minute-Treffer in Hannover sicherte er seiner Mannschaft einen wichtigen Punkt im Aufstiegskampf. Doch auch Hinterseer wusste im neuen Jahr bereits mit drei Toren zu überzeugen. Gegen den KSC war es der Österreicher, der den Hanseaten mit einem Doppelpack den Sieg bescherte.


Hinterseer hofft auf Vertrauen

Für Hecking gilt es, das nötige Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen. Lässt er Pohjanpalo von Beginn an stürmen, dürfte das für den eigentlich gesetzten Hinterseer ziemlich frustrierend sein. Denn der 9-Tore-Mann führte die Mannschaft in dieser Saison schon als Kapitän auf den Platz und machte bisher auch durch Lauf- und Einsatzbereitschaft auf sich aufmerksam: Tugenden, die dem HSV im Stadtderby sicher weiterhelfen. Pohjanpalo weist dagegen eine starke Trefferquote auf. Klar ist: Beide Stürmer sind in guter Form, sodass man beim HSV von einem kleinen Luxusproblem sprechen kann.

Lukas Hinterseer

Beide Stürmer denken vielleicht auch schon einen Schritt weiter. Denn wer den HSV zum Aufstieg ballert, kann sich Chancen für ein ​EM-Ticket ausmalen. Pohjanpalo würde gerne an der Seite von Teemu Pukki für Finnland stürmen. Hinterseer hofft auf die Berücksichtigung für Österreich. 


Hecking spielt diese "Doppelmission" der beiden Torjäger sicher in die Karten und wirkte auf der Pressekonferenz dementsprechend entspannt: "Ich bin sehr froh, dass ich zwei Mittelstürmer habe, die wissen, wo das Tor steht."


In Hamburg hätte man solche Probleme vor zwei Jahren sicher gerne gehabt. Der HSV-Fan lehnt sich also zurück und freut sich auf einen spannenden Konkurrenzkampf. Für das kommende Wochenende hat vermutlich Hinterseer die Nase vorn. Doch avanciert Pohjanpalo zum Derbyhelden, könnte sich das Blatt bald wenden.