Im Winter wechselte Michael Gregoritsch für ein halbes Jahr zu ​Schalke 04. Der Stürmer fühlte sich beim ​FC Augsburg nicht mehr wohl, wollte den Verein unbedingt verlassen. Ob er über den Sommer hinaus bei Königsblau bleibt, erscheint jedoch sehr fraglich zu sein.


Schon seit 2011 spielt Michael Gregoritsch im deutschen Fußball eine Rolle. Der damals 17-Jährige wechselte zunächst vom SV Kapfenberg aus Österreich zur ​TSG Hoffenheim. Einige weitere Stationen begleiteten ihn über die Jahre, vor allem seine Zeit beim ​Hamburger SV und beim FC Augsburg dürfte den meisten im Gedächtnis geblieben sein. In der Rückrunde der aktuellen Saison ist er an Schalke ausgeliehen, wo er die Offensive beleben und für Trainer David Wagner eine weitere Alternative darstellen soll. 


Michael Gregoritsch


Das erste Spiel für den S04 hätte wohl kaum besser für den heute 25 Jahre alten Stürmer laufen können. Beim Rückrunden-Auftakt gegen ​​Borussia Mönchengladbach erwischte Königsblau einen Sahnetag, Gregoritsch selbst spielte eine souveräne Partie und ging mit einer Vorlage und einem Einstands-Tor als Matchwinner vom Feld. Zu diesem Zeitpunkt schien die Leihe des beim FCA äußerst unglücklichen Österreichers ("Hauptsache weg!") die absolut richtige Entscheidung gewesen zu sein. In den folgenden Partien blieb er allerdings weitestgehend unsichtbar. In den drei Remis und einer deutlichen Niederlage gegen den FC Bayern aus den letzten vier Spielen konnte er keinen weiteren Scorerpunkt sammeln, wurde zudem zweimal relativ früh ausgewechselt.


Spielertyp Gregoritsch passt nicht wirklich zum geplanten S04-Konzept


Natürlich rührt das nicht einzig und alleine von seiner persönlichen Leistung. In diesen letzten Auftritten hatte Schalke ohnehin große Probleme, ​ein vernünftiges Offensivspiel mitsamt Torchancen aufzuziehen. Wenn eine Mannschaft nicht nach vorne spielen kann, hängen Stürmer und offensive Spielmacher häufig in der Luft - so auch Gregoritsch zuletzt. Wirklich beweisen konnte er sich auch deshalb nicht mehr, was die Frage nach seiner Zukunftsperspektive bei den Knappen erneut aufwirft. Ist er ein potenzieller Transfer-Kandidat für den Sommer, oder bleibt das halbe Jahr eine einmalige Angelegenheit?


Mit noch zwölf offenen Partien lässt sich diese Frage zwar nicht eindeutig und endgültig klären, doch lässt sich bereits eine Prognose liefern. Gregoritsch als Stürmer passt nicht so ganz zum  anvisierten Spielstil von S04 unter Wagner. Auch wenn die Mannschaft es in den letzten Wochen nicht gezeigt hat, soll sich das Schalke-Spiel eigentlich über ein mutiges wie hohes Pressing, frühe Ballbesitz-Eroberungen und ein gefährliches Umschaltspiel definieren. 


Michael Gregoritsch


Aspekte, die Gregrotisch zwar auch umsetzen kann, aber für die er als Spielertyp nicht 100 Prozent geeignet ist. Durch die eher geringe Geschwindigkeit (sehr deutlich neben Sturmkollege Benito Raman zu beobachten) fehlt die absolute Bereitschaft und Möglichkeit, jede undichte Stelle im Pressing zu schließen. Bälle und Anspiele sichern, Offensiv-Partner in Szene setzen - das sind spielerische Punkte, für die ein Michael Gregoritsch sehr gut einstehen kann.

Gregoritschs Zeit auf Schalke dürfte im Sommer enden


Dementsprechend werden sich die Vereinsverantwortlichen zum Sommer hin entscheiden müssen, ob Schalke einen solchen Spieler zum einen benötigt und zum anderen verpflichten will. Und darüber hinaus, ob sich das eventuell angestrebte Investment überhaupt lohnen würde. Immerhin soll der ​ein oder andere Vertrag noch verlängert, oder andere Stellen im Kader verbessert werden. Angesichts der finanziellen und sportlichen Umstände erscheint es also eher unwahrscheinlich zu sein, dass die Fans den sympathischen Riesen (1,93 Meter groß) über den Sommer hinaus im S04-Dress sehen wird. 


Viel eher wird Sportvorstand Jochen Schneider wohl versuchen, einen geeigneteren Spielertypen für Wagners Offensiv-System ausfindig zu machen. Bis dahin wird Gregoritsch jedoch alles daran setzen, der Vereinsführung diese Entscheidung so schwer wie möglich zu gestalten - dafür braucht es vom Österreicher allerdings eine deutliche Leistungssteigerung.