Etwa anderthalb Jahre ist es bereits her, dass sich die Wege von ​Schalke 04 und Max Meyer trennten. Nach einem viel und heiß diskutierten Abschied unterschrieb er beim englischen Erstligisten Crystal Palace. Durch diesen Wechsel habe er sich in verschiedenen Facetten weiterentwickelt.


Auf Schalke war und ist Max Meyer eine Figur, an der sich die Geister scheiden. Für die einen war er ein sehr talentierter Mittelfeldspieler, der den Verein langfristig hätte führen können. Für die anderen war er der überschätzte Youngster, der sich und seine Rolle im Klub viel zu ernst nahm. Vor anderthalb Jahren kam es schlussendlich zum großen Knall, Meyer verließ die Knappen - angeblich auch, weil er sich gemobbt gefühlt hat. 

Max Meyer


Nun hat er mit ​Sport1 über seinen damaligen Wechsel, den S04 und die ​Premier League gesprochen. "Es wurde viel Unsinn geschrieben nach dem unschönen Abschied von Schalke", leitete er seine Erzählungen über die Trennung ein. Für die seitdem abgelehnten Interviews mit den Medien hat er einen triftigen Grund: "Ich wollte nur einfach meine Ruhe." Im Grunde sei der Transfer, auch in der Art und Weise der Vorgeschichte auf Schalke, nicht so schlimm gewesen. "Ich schaue mir nach wie vor sehr gerne die Spiele von Schalke an und drücke dem Verein die Daumen, dass man erfolgreich ist. Ich hege keinen Groll gegen S04", stellte der 24-Jährige klar. 


Meyers Abschied von Schalke war "aufgebauscht" - Bundesliga kein Thema in England


"Ich habe zu Beginn der Saison 2017/2018 schon gesagt, dass ich nach dem Jahr gerne gehen möchte", so Meyer weiter. Durch neue Verhandlungen sei dieses Thema dann auch öffentlich immer größer geworden. Zu seinen Aussagen von damals, als er Sportvorstand Christian Heidel in Interviews vorwarf, der Umgang fühle sich für ihn wie Mobbing an, äußerte er sich jedoch nicht. Immerhin ein schwerer Vorwurf, dem Meyer bis heute eigentlich eine Erklärung schuldig bleibt. Dieses Thema sei für ihn jedoch durch, Crystal Palace steht seither im Fokus. 


Gerade zu Beginn wurde der Wechsel des "Weltklasse-Spielers Max Meyer", wie es sein Berater Roger Wittmann laut Heidel formuliert haben soll, kritisch beäugt. Immerhin waren die Eagles nicht als Aushängeschild der Premier League bekannt. "Das ist typisch deutsche Denke, dass man den Klub für unscheinbar hält", weiß Meyer diese Vorwürfe einzuschätzen. Der gebürtige Oberhausener weiter: "Wenn die Journalisten hier anderthalb Jahre arbeiten und die Qualität der Mannschaft und in der Liga sehen würden, dann würden sie anders denken." 


Max Meyer


Eine kleine, vermutlich nicht wirklich bösartig gemeinte Spitze gegen Königsblau, konnte er sich dann doch nicht verkneifen: "Die Bundesliga ist in England kein großes Thema, sondern es zählt nur die Premier League. Wenn ich sage, ich habe mal bei Schalke gespielt, dann wissen viele Leute auch nicht, um welchen Klub es sich handelt."

Meyer-Wechsel in die Premier League war mutig: "Ich bin total gefestigt"


Der Wechsel nach London an sich habe ihn persönlich weiterentwickelt, privat wie sportlich. "Durch den täglichen Wettkampf im Training und in den Spielen entwickelt man sich zwangsläufig weiter. Auch wenn ich nicht immer gespielt habe: Ich lerne immer dazu, auch in negativen Momenten", so Meyer, der in der aktuellen Saison bislang auf 13 Liga-Einsätze kommt (davon sechsmal in der Startelf). 


Dass er kein absoluter Stammspieler unter Trainer Roy Hodgson ist, sei für ihn nicht schlimm: "Ich bin total gefestigt im Klub, komme auch bei den Fans und im Team gut an. Natürlich habe ich nicht jedes Spiel gemacht, aber ich bin ein wichtiger Teil des Klubs." Ansonsten hätte Palace ihn ja schon längst weggeschickt, fügte er noch hinzu. Auch der englische Wettbewerb selbst hat ihn weitergebracht: "Ich bin auf jeden Fall reifer geworden durch den Druck in dieser starken Liga. In einem komplett neuen Umfeld zu leben und etwas Neues zu sehen, hat mir gutgetan."


Max Meyer


Auch über seine sportliche Zukunft sprach er kurz, während er eine Rückkehr in die ​Bundesliga nicht ausschließen wollte und konnte. "Ich habe noch anderthalb Jahre Vertrag und werde bis zum Sommer auf jeden Fall noch bei Crystal Palace spielen. Ich fühle mich wirklich sehr wohl", erklärte der erfolgreiche Ex-U21-Nationalspieler abschließend.