Der ​FC Bayern ist offenbar auf der Suche nach einer neuen Abwehr-Kante. Gehandelt wird unter anderem Dayot Upamecano, mit dem sich die Münchner bereits in der Vergangenheit beschäftigten. Der Franzose kann RB Leipzig im Sommer angeblich für 60 Millionen Euro verlassen. Mit Blick auf das Budget und die übrigen Baustellen darf man durchaus die Frage stellen, auf welcher Position am ehesten Geld in die Hand genommen werden sollte.


Es riecht wieder einmal nach einem Sommer voller großer Entscheidungen an der Säbener Straße. Der erst hinausgezögerte und dann in Phasen zu absolvierende Umbruch könnte fortgeführt werden, wie die Medienberichte um Leroy Sané, Kai Havertz und ​Sergino Dest aufzeigen. Mit der vermeintlichen Rückkehr von ​Adrian Fein, einem möglichen Verkauf von Corentin Tolisso und der aktuellen Berichterstattung über die potenzielle Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers wird die Kaderplanung medial weiter vorangetrieben. Fraglich nur, inwiefern die Verantwortlichen wirklich aktiv werden.


Unausweichlich ist eine Verstärkung auf dem Flügel. Kingsley Coman und Serge Gnabry bringen Tempo und Dynamik ins Spiel, mindestens ein weiterer Spieler von diesem Kaliber soll die dünne Personaldecke verstärken. Was in der Zentrale passiert, hängt jedoch davon ab, wer den Klub verlassen wird. Jerome Boateng und Javi Martinez etwa könnten zwei Spieler sein, deren Zeit sich zu Ende neigt. Boateng wollte den Klub bereits in den vergangenen beiden Sommer-Transferperioden verlassen, ist aufgrund der Personalnot in der Innenverteidigung jedoch gesetzt. Der Weltmeister von 2014 hat Javi Martinez den Rang abgelaufen, derzeit fehlt der Spanier aufgrund eines Muskelbündelrisses, der womöglich das Aus beim FC Bayern bedeutet.


Transferziel Upamecano? Bayern und die flexible Abwehr


Sollten Boateng und Martinez gehen, stünden mit Niklas Süle, Lucas Hernández und Benjamin Pavard drei gestandene Innenverteidiger zur Verfügung. Allerdings wird Pavard unabhängig von der Verpflichtung eines weiteren Rechtsverteidigers weiterhin auf der rechten Abwehrseite gefragt sein. 

Dayot Upamecano

 Ein verheißungsvoller Name: Beschäftigt sich der FC Bayern mit Dayot Upamecano?


So flexibel die Abwehr auch ist - siehe auch David Alaba - so ist es nicht ausgeschlossen, dass für einen Spieler wie Upamecano viel Geld in die Hand genommen wird. Der 21-Jährige ist eine Naturgewalt, nach seiner Knieverletzung im Februar 2019 wieder unangefochtener Stammspieler in Leipzig. Gemeinsam mit Süle würde er ein wuchtiges Abwehr-Duo bilden. Rechnet man dann noch Hernández und Pavard dazu, wäre die Innenverteidigung über die kommenden Jahre hochkarätig besetzt; und mit 24 Jahren wäre Süle der älteste Spieler. Alaba würde wieder auf den Linksverteidiger-Posten rücken und mit Davies und Hernández konkurrieren, ein neuer Rechtsverteidiger müsste sich erst gegen Pavard behaupten. Was zunächst nach der flexibelsten Abwehr der Bundesliga klingt, hängt jedoch davon ab, was in den anderen Mannschaftsteilen passieren wird.


Breites Mittelfeld - wie planen die Bayern-Bosse?


Stand jetzt setzt sich das Mittelfeld ab Sommer aus Joshua Kimmich, Thiago, Javi Martinez, Adrian Fein, Mickael Cuisance, Corentin Tolisso, Leon Goretzka und Thomas Müller zusammen. Selbst wenn Martinez und der zuletzt gehandelte Tolisso abgegeben werden, stehen noch immer sechs Spieler für drei Positionen zur Verfügung; und die aktuellen Leistungen zeigen auf, dass das Mittelfeld nicht die größte Schwachstelle ist - anders als die Innenverteidigung, die im Konterspiel immer wieder wackelt. Offen ist dennoch, ob ein Akteur kommt, denn neben Kai Havertz wurde bislang kein Mittelfeldspieler genannt. 


Sollte der Vorstand mit keinem Neuzugang für die Zentrale planen, wäre die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers mehr als sinnvoll, wenn man auch in den kommenden Jahren weiter um sämtliche Titel mitspielen will. Denn eine starke Offensive schießt zwar viele Tore, am Ende aber entscheidet die Abwehr darüber, wer im Finale als Sieger vom Platz geht; und auf lange Sicht würde die Münchner Defensive mit einem Neuzugang wie Upamecano zu den besten Reihen in Europa gehören.