​Sergio Ramos und ​Real Madrid. Diese beiden gehören einfach zusammen. Gemeinsam gewannen sie vier Champions-League-Titel, zudem vier Meisterschaften, zwei Pokalsiege und andere Trophäen. Zudem wurde Ramos während seiner Zeit in Madrid (kam 2005 vom FC Sevilla) Welt- und Europameister mit Spanien. Sein Vertrag läuft im Sommer 2021 aus. Eine Verlängerung sollte doch eigentlich nur eine Formsache sein. Ist es aber offensichtlich nicht.


Denn die real-nahe as berichtet, dass die Gespräche "auf Eis gelegt" worden sind. Wobei es näher an der Wahrheit gewesen wäre zu sagen: Sie sind noch nicht mal aufgenommen worden, wie dieselbe Zeitung ebenfalls berichtet. 


Gut, der Spieler ist keine 20 mehr. Auch keine 30, sondern den 40 schon näher als diese. Aber trotzdem: Wer kann sich Sergio Ramos außerhalb der Weißen vorstellen? Ich, ehrlich gesagt, nicht. Und mir ist schon klar, dass er überall Angebote kriegen würde. Aus Turin allemal, wohl auch von einigen der Top-Klubs in der ​Premier League. Selbst ein ​Bayern München soll ja mal zumindest für einen Moment über ihn nachgedacht haben. 

Sergio Ramos

Aber eigentlich hatte man erwartet, dass Sergio Ramos in Madrid zum Fußballrentner wird. Vielleicht noch ein paar sportlich belanglose Jahre in den USA oder den Vereinigten Arabischen Emiraten hinten dranhängt - aber auf höchstem sportlichen Level (sprich in Europa) für keinen anderen Klub mehr spielt als für die Königlichen. 


Ramos will Verlängerung um zwei Jahre - Real erstmal abwarten


Woran also hakt es? Wie fast immer in solchen Fällen nicht am grundsätzlichen Willen einer Ausweitung der Zusammenarbeit (denn da sind sich beide Lager einig!), sondern um die quantitative Darstellung dieses Willens. Weniger kompliziert: Real würde Ramos ab der nächsten Saison wohl liebend gern eine Extension seines Arbeitspapiers in Aussicht stellen - aber nur für ein Jahr, also bis 2022. Und danach würden sie es auch nochmal so tun wollen. Wenn denn der Spieler seinen sportlichen Wert weiterhin einbringt. 


Sergio Ramos hingegen hätte es gerne ein bisschen langfristiger - und will jetzt schon um zwei Jahre (also bis 2023) verlängern. Doch da kommt dann wieder das Alter ins Spiel. Aus Sicht des Klubs macht es durchaus nicht soviel Sinn, einem bald 34-Jährigen heute schon zu garantieren, dass er auch noch bis zu seinem 37. Lebensjahr mit an Bord ist. Denn natürlich sind Heilungsverläufe bei älteren Spielern langwieriger als bei jungen. Und auch das korrelative Verletzungsrisiko an sich wird größer. 


Ramos nach Bale der Top-Verdiener bei den Blancos


Dazu kommt, dass es im Falle von Sergio Ramos um einen der absoluten Großverdiener geht. Nach Bale ist Ramos der Spieler, der am meisten Gehalt bezieht (14 Millionen Euro netto jährlich!). Von daher handelt Real Madrid auch in dieser Personalie nicht anders, als es die meisten Klubs auf dieser Fußballwelt tun würden. Und es ist bei Real auch schon seit längerem nicht diskutable Vereinsphilosophie, die Verträge der Spieler, die älter als 32 sind, jährlich zu prüfen. 

Real Madrid CF v Sevilla FC  - La Liga

Momentan steht das Thema gar nicht auf der Tagesordnung. Der Klub soll, wie schon oben gesagt, diesbezüglich auch noch gar nicht auf den Spieler zugegangen sein. Die Mannschaft hat in den nächsten Wochen und Monaten auch genug sportliche Aufgaben, als dass man sich jetzt mit einem Vertragspoker die Konzentration nehmen könnte. Im Sommer werden sich die Parteien wohl zusammensetzen und miteinander verhandeln. Ausgang: offen.