Seit Ende November fehlt Thomas Delaney dem BVB verletzungsbedingt. Der Däne dürfte zwar bald sein Comeback feiern, ist in der Hierarchie aber deutlich abgesunken. Das liegt an gleich zwei "Neuzugängen" auf seiner Position. 


Thomas Delaney betrat in dieser Saison ein für ihn unerschlossenes Neuland: Er saß auf der Bank. "In den letzten fünf Jahren habe ich das nicht erlebt. Natürlich war ich etwas überrascht und bin nicht daran gewöhnt. Vielleicht war es sogar unangenehm", sagte der Mittelfeldmotor nach seinem ersten Startelfeinsatz am 4. Spieltag gegen Bayer Leverkusen. Nur sieben weitere kamen in dieser Saison dazu.


Zwei neue Konkurrenten für Thomas Delaney beim BVB


Seit Ende November liegt der 28-Jährige nun flach. In den drei Partien vor seiner Verletzung (zugezogen bei der dänischen Nationalmannschaft) rotierte Delaney wieder aus Favres Startelf. Mit der Rolle als Ersatzspieler wird sich Delaney wohl auch vorerst zufrieden geben müssen. Mit Julian Weigl hat zwar ein direkter Konkurrent den Verein im Winter verlassen, mit ​Julian Brandt und Emre Can wurden ihm aber gleich zwei "Neue" vor die Nase gesetzt. Und beide wussten zu überzeugen.


Zunächst Brandt, der von Favre - nach dem Ausfall Delaneys - als Notnagel neben Axel Witsel auf die Sechs gestellt wurde. Brandt, zuvor mit enormen Anlaufschwierigkeiten beim BVB, blühte auf der ungewohnten Position so dermaßen auf, dass es an ihm kein Vorbei mehr gab. Bis auch der Nationalspieler von einer Verletzung ausgebremst wurde. Ausgerechnet gegen Ex-Club ​Bayer Leverkusen riss sich Brandt das Außenband im Sprunggelenk. 


Sebastian Kehl, Bindeglied zwischen Mannschaft und Vereinsführung beim BVB, attestierte dem Nationalspieler in der vergangenen Woche "gute Fortschritte" (via WA) und stellte sogar ein Comeback gegen PSG in Aussicht. Daraus wurde bekanntlich nichts; am Wochenende (​der BVB gastiert in Bremen) könnte Brandt allerdings sein Comeback feiern.

Julian Brandt

Nur: Auch für Brandt ist derzeit eigentlich kein Platz. Den Ausfall des neuen Dortmunder Spielmachers kompensierte Winter-Neuzugang ​Emre Can, der an der Seite von Axel Witsel überragende Leistungen brachte. Mit dem Ergebnis, dass sich vor allem die Defensive der Westfalen spürbar stabilisierte. Lucien Favre hat in den kommenden Wochen die Qual der Wahl: Während Axel Witsel gesetzt ist, streiten sich Julian Brandt und Emre Can um die vakante Stelle neben dem Belgier. Thomas Delaney indes dürfte in Favres Planungen derzeit keine gewichtige Rolle spielen. 


Thomas Delaney bleibt nur der Platz auf der Bank


An fehlenden Qualitäten ist das nicht festzumachen. Beim BVB weiß man, was Delaney auf den Platz bringt; der Däne genießt ein hohes Standing in der Mannschaft und ist gerade in puncto Mentalität und Physis ein absolutes Vorbild. Eigenschaften, die der amtierende Vizemeister in der Hinrunde häufig vermissen ließ, sich im neuen Kalenderjahr aber wieder aneignete. Da Favre ohnehin kein Freund allzu großer Rotationen ist und seine Mannschaft derzeit wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, muss sich Delaney vorerst mit einem Platz auf der Bank genügen.


Das wirft zwangsläufig die Frage auf, wie es im Sommer mit dem dänischen Nationalspieler weitergeht. Dass Delaney sich in den Dienst der Mannschaft stellt, steht außer Frage. "Ich weiß was ich kann und ich vertraue darauf, dass der Trainer es auch weiß. Wenn ich gebraucht werde, dann bin ich voll da und bringe meine Leistung. Natürlich spiele ich am liebsten, aber ich bin auch voll dabei, wenn die Mannschaft etwas anderes braucht", erklärte der 28-Jährige nach dem Leverkusen-Spiel in der Hinrunde. 


Seine Stammplatz-Ambitionen stehen allerdings auch außer Frage. Und mit seinen 28 Lenzen dürfte Delaney genau abwägen, ob seine Perspektive beim BVB ausreichend ist. Sollte er bis zum Saisonende nur die dritte Geige spielen, wird ein BVB-Abschied im Sommer definitiv zum Thema.


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