​​Hertha BSC hat im Januar mit Rekordausgaben für Schlagzeilen gesorgt. Über 70 Millionen Euro gab der Hauptstadtklub für Neuzugänge aus und verpflichtete unter anderem Milan-Angreifer Krzysztof Piatek, der als Rekordneuzugang in die Vereinsgeschichte einging. Der Königstransfer dieser Saison gelang dem Tabellendreizehnten allerdings bereits im vergangenen Sommer zum Nulltarif.


Im vergangenen Mai gab die Alte Dame die Verpflichtung von Dedryck Boyata offiziell bekannt. Nach vier Jahren bei Celtic Glasgow wagte der Innenverteidiger den Sprung in die ​Bundesliga. Dank seines auslaufenden Vertrags war der belgische Nationalspieler ablösefrei zu haben. 


"Wir hatten Dedryck schon seit längerem in unserem Blickfeld und sind von seinen Qualitäten voll und ganz überzeugt", sagte ​Geschäftsführer Michael Preetz mit Blick auf die Verpflichtung des 29-Jährigen. "Wir sind uns sicher, dass er eine echte Verstärkung für unsere Defensive darstellt." Der Ex-Hertha-Profi sollte mit seinen Aussagen Recht behalten.

Alexander Nuebel ,Dedryck Boyata

Dedryck Boyata geht keinem Zweikampf aus dem Weg



Wer vor der Saison geglaubt hat, dass der Belgier eine gewisse Eingewöhnungszeit im deutschen Fußball-Oberhaus benötigen und wohl vorerst die Rolle des Backups hinter Nationalspieler Niklas Stark, Jordan Torunarigha und Karim Rekik einnehmen wird, wurde eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Nachdem Boyata die ersten Spieltage aufgrund einer Oberschenkelverletzung verpasste hatte, erkämpfte er sich auf Anhieb einen Stammplatz und ist seither nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. 18 Mal durfte der Rechtsfuß, der mittlerweile zum Abwehrchef der Alten Dame aufgestiegen ist, von Beginn an ran.


Dem Verteidiger ist durchaus anzumerken, dass er in seiner bisherigen Karriere fast nur auf der Insel aktiv war. Der 29-Jährige überzeugt als sehr robuster Zweikämpfer und ist zudem extrem kopfballstark. In dieser Saison entschied der belgische Nationalspieler 66,9 Prozent seiner direkten Duelle für sich, was im ligaweiten Ranking Platz sechs bedeutet (Quelle: ligainsider). 


Dank seiner Erfahrung strahlt Boyata sehr viel Ruhe aus und punktet zudem auch durch einen guten Spielaufbau. 89,3 Prozent seiner Zuspiele fanden den Weg zu einem Mitspieler (Rang 13).


Boyata mit deutlichem Marktwertplus


Dank seiner Kopfballstärke sorgt Boyata auch immer wieder bei eigenen Standardsituationen für Torgefahr. Mit seinen drei Treffern zählt der Innenverteidiger zu den besten Torjägern des Hauptstadtklubs. Am vergangenen Spieltag war der Defensivspieler beim 2:1-Auswärtserfolg in Paderborn zuletzt erfolgreich. Die sehr positive Entwicklung des Berliner Königstransfers lässt sich auch anhand seines Marktwertes ablesen, der seit seinem Wechsel zur Alten Dame von zwei auf zehn Millionen Euro angestiegen ist. 


Boyata ist mittlerweile nicht nur der wichtigste Baustein der Hertha-Defensive, sondern hat auch gezeigt, dass Verstärkungen nicht immer hohe Ablösesummen kosten müssen. Mit seinen überzeugenden Vorstellungen dürfte der 29-Jährige, der vertraglich bis 2022 gebunden ist, auch bei anderen Klubs Begehrlichkeiten wecken.


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