Ein Sieg in sieben Ligaspielen, dazu ein deutlicher Abwärtstrend bei den letzten Auftritten - ​Schalke 04 konnte zuletzt nicht mehr überzeugen, blieb gegen drei potenzielle Abstiegskandidaten sieglos und erzielte dabei nur ein Tor. Trainer David Wagner irritiert mittlerweile einige Fans mit seltsam positiven und unkritischen Aussagen zu diesen Leistungen.


In der Hinrunde spielte Schalke oftmals einen schnellen, hoch pressenden sowie attraktiven Umschaltfußball. Dass diese Entwicklung so schnell und auch schon so erfolgreich funktionierte, überraschte so gut wie jeden, der die ​Bundesliga regelmäßig beobachtet. Seit den letzten Spielen der Hinrunde ist bei Königsblau allerdings ein klarer Abwärtstrend zu erkennen. 


Schalke baut weiter ab - Wagner ohne klare Worte


Dieser Abwärtstrend bezieht sich in diesem Fall eher auf die Art und Weise der Spiele und die dazugehörige Herangehensweise, als auf die Ergebnisse selbst - diese sind schlussendlich ein Resultat von spürbar schwächeren Auftritten. Das mutige und hohe Anlaufen ist einem abwartenden Stil gewichen, die Gier und die guten Kombinationen den zähen, langsamen und zu häufig gescheiterten Versuchen, vor das gegnerische Tor zu finden. 


Für die S04-Anhänger ist es schon jetzt - obwohl man tabellarisch noch immer gut da steht - frustrierend, einen solchen Rückfall zu sehen. Dass David Wagner keine kritischen Worte dazu findet, sondern eher ausweichend und allzu positiv reagiert und die schwachen letzten Wochen nicht in Worte fasst, wird ebenfalls nicht gut aufgenommen.

David Wagner

Nach der Nullnummer in Mainz um positive Worte bemüht: David Wagner


"Wenn du Spiele nicht gewinnen kannst, dann musst du zusehen, dass du sie nicht verlierst", war ein spezieller Satz Wagners, der nach dem ​erneut enttäuschenden 0:0-Unentschieden gegen den Tabellenfünfzehnten ​Mainz 05 für verärgerte Fans sorgte. Zudem sei ein Auswärtspunkt ja erstmal etwas Gutes, wie er nach dem Schlusspfiff vor den Sky-Mikrofonen nachschob. (Selbst-)Kritische Worte sehen definitiv anders aus - dass der Coach weiterhin auf dem zur Raute angeordneten 4-4-2 sitzen bleibt, ist ein weiterer aktueller Kritikpunkt. Der Abwärtstrend scheint, zumindest von außen betrachtet, nicht wirklich wahrgenommen zu werden. Das sorgt derzeit für Unmut. 


Umbruch nicht als Entschuldigung vorschieben


Natürlich steckt man noch immer in einem Umbruch, und selbstverständlich musste man innerhalb der letzten Wochen ​auf wichtige Spieler, allen voran auf den so wichtigen Suat Serdar, verzichten. Die Herangehensweise an sich, und das momentan abhanden gekommene Selbstverständnis, etwas zu riskieren und den Sieg unbedingt erringen zu wollen, sind jedoch Aspekte, die davon ungeachtet weitergeführt werden könnten. 


Aktuell scheint man eher eine Niederlage vermeiden, als einen Sieg feiern zu wollen. Das äußert sich schlussendlich auch in den Auftritten. "Dass nach dem ersten Spiel nicht alles weltklasse war und danach nicht alles scheiße", war für Leihspieler Michael Gregoritsch (via WAZ) am Sonntagabend wichtig zu betonen. Er kritisierte damit das Schwarz-Weiß-Denken.

David Wagner,Amine Harit

Amine Harit (r.) war nach dem Spiel in Mainz sichtlich enttäuscht


Da sich nicht nur der Trainer selbst nach außen so positionierte, sondern auch so mancher Spieler, während andere wiederum von der Champions League sprechen, birgt eine Diskrepanz, die der weiteren Entwicklung nicht förderlich ist. Auch wenn man weiterhin nicht erwartet und erwarten kann, dass Schalke das Blaue vom Himmel spielt, muss man sich zumindest intern klar ausdrücken. Klar aussprechen, dass man gegen diesen Trend ankämpfen muss. 


Zurück zu den mutigen und den von der Leidenschaft getragenen Spielen, die in der bisherigen Saison schon oftmals für Euphorie gesorgt haben. Um wieder dahin zu finden, muss der erste Schritt eine klare Kommunikation sein. Wenn schon nicht nach außen, dann doch bitte und hoffentlich hinter verschlossenen Türen.