Die Bundesliga-Saison 2019/2020 läuft nun schon 22. Spieltage. Nicht nur bei den bisherigen Platzierungen gab es Überraschungen. Es tat sich auch so mancher Spieler in positivem Maße hervor, von dem man es im Vorfeld nur bedingt erwartet hätte. Egal ob Newcomer aus der Jugend oder ein Altstar im Herbst der Karriere: So mancher Bundesliga-Spieler konnte unerwartet auf sich aufmerksam machen.


Alphonso Davies / ​FC Bayern München: Der Sprinter von der Isar


Alphonso Davies ,


Im Winter 2019 wurde der inzwischen 19-jährige Kanadier von den Vancouver Whitecaps zum deutschen Serienmeister transferiert. Eine Investition in die Zukunft. In seinem ersten halben Jahr wurde der gelernte Flügelstürmer nur sporadisch eingesetzt und kam zu sechs Bundesliga-Einsätzen. Ein behutsames Aufbauen stand im Vordergrund. 


Auch zur neuen Saison sahen Experten seinen Platz eher bei Bayern II, in Liga 3. 

Falsch prognostiziert! Am 8.Spieltag verletzte sich Niklas Süle gegen Augsburg und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Kurz danach riss sich der für 80 Millionen eingekaufte Lucas Hernandez das Innenband. Dem Engpass in der Innenverteidigung geschuldet wurde Rechtsverteidiger David Alaba in die Mitte gezogen und seine Position übernahm der pfeilschnelle Davies. 


​Ein absoluter Glücksgriff. Der 17- fache Nationalspieler Kanadas betonierte sich seinen Stammplatz in der Viererkette ein. Zug nach vorne und ein wahnsinniges Tempo: das zeichnet den Jungspund aus. Und auch in der Rückwärtsbewegung ist er immer mit dabei und unterbindet viele Konter effizient durch seine Schnelligkeit.


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Mit 56 Prozent hat er (für einen Außenverteidiger) eine vorzeigbare Zweikampfquote. Noch dazu ist Davies ein absoluter Allrounder, der auf beiden offensiven-Flügeln spielen kann. Der Turbo-Mann kam für zehn Millionen und hat in gut einem Jahr seinen Marktwert auf 40 Millionen gesteigert. Ein echter bayerischer Glücksgriff.


Florian Niederlechner / ​FC Augsburg: Der Bayer aus der Kreisliga


Florian Niederlechner

Mit 18 Jahren hätte Florian Niederlechner wohl nie gedacht, dass er mal unter den Top-5 Scorern der Bundesliga - in einer Reihe mit Reus, Müller oder Lewandowski - stehen wird. Momentan ist dem jedoch so. 


In der A-Jugend sah das anders aus. Damals spielte er noch in der Kreisliga, für den TSV Ebersberg. 2011 fing das Märchen dann richtig an, als er für schlappe 20.000 Euro nach Unterhaching wechselte, bis er schließlich beim SC Freiburg landete. ​Im Sommer ging er für 2,5 dann zurück nach Bayern, zum FC Augsburg. Bei den Fuggerstädtern blüht der Mittelstürmer so richtig auf. Seine Leistungen sind so prägnant, dass selbst Bundestrainer Joachim Löw sich Gedanken über den 1,87m-Mann machen sollte. 


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In Augsburg ist das gesamte Offensivspiel auf den Sturmtank zu geschnitten. Mit Phillip Max oder auch Marco Richter hat er exzellente Vorlagengeber. Und auch Niederlechner selbst spielt sehr mannschaftsdienlich. Er macht viele Bälle in vorderster Front fest und verteilt sie auf die Außen. 


Rouwen Hennings / ​Fortuna Düsseldorf: Der alte Mann und das Tor


Rouwen Hennings

Die 1. Bundesliga ist für Hennings beileibe kein Neuland. Dass er in der obersten deutschen Spielklasse aber so konsequent trifft, wird ihn wohl selbst ein bisschen überrascht haben.

In Liga 2 wurde der 32-jährige für den KSC schon Torschützenkönig mit 17 Treffern. Diese Marke scheint auch eine Etage höher nicht in weiter Ferne.


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Dass er in dieser Saison noch keine Vorlage liefern konnte, liegt hauptsächlich daran, dass die Fortuna am Tropf des Mittelstürmers hängt. Von 21 Toren schoss Mutmacher Hennings mehr als die Hälfte. Schmeichelhaft für den Kapitän und erschreckend für die sonst so harmlose offensive der Fortunen. Dazu kommt erschwerend, dass nun auch die Düsseldorfer Lebensversicherung seit fünf Spielen nicht mehr getroffen hat. ​Nichtsdestotrotz bleibt Hennings die Lebensversicherung der Rheinländer - und ein absoluter Shootingstar der Saison.


Sebastian Andersson/ ​Union Berlin: Der schwedische Prellbock


Sebastian Andersson,Alphonso Davies

Er kam ablösefrei vom Zweitliga-Absteiger aus Kaiserslautern. Nicht gerade eine Erfolgsversprechung. Der Mittelstürmer strafte seine Kritiker Lügen und schoss Union mit zwölf Treffern zum ersten mal in der Vereinshistorie in die Bundesliga. Diesen Wert hat der schwedische Nationalspieler auch in der Beletage Deutschlands im Visier.


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Schon seine Torbeteiligungen lesen sich recht ordentlich. Darüber hinaus ist er aber Dreh- und Angelpunkt des Berliner Offensivspiels. Der Schwede macht nicht nur viele Bälle durch nahezu perfektes Abschirmverhalten fest. Er beginnt auch in erster Linie zu pressen und den Gegner im laufintensiven System der Eisernen unter Druck zu setzen. Er ist einer der Faktoren, warum die Köpenicker mit dem Abstieg momentan nichts am Hut haben. ​Seine Verlängerung war ein weiterer wichtiger Schritt.