​Unter schweren Voraussetzungen ging ​Schalke 04 in die Saison. Der Umbruch bei den Königsblauen hinterließ seine Spuren. Doch unter Trainer David Wagner entwickelte sich die Truppe zu einem ernsthaften Europapokal-Kandidaten. Nach den letzten Wochen droht die Spielzeit aber zu kippen.


Wo würde die Reise von Schalke 04 in diesem Jahr hinführen? Vor der Saison gab es keinen Konsens über die Ziele oder Vorstellung, weder bei den Fans noch Verantwortlichen. Es war zumindest klar, dass S04 nach der Seuchensaison im Vorjahr nichts mit dem Abstieg zu tun haben sollte.


Mit hervorragenden Verstärkungen auf dem Transfermarkt und dem neuen Trainer David Wagner setzten die Schalker früh ein Zeichen. Die durch positive Resultate reifende Gewissheit, dass sich eine derartige Krise nicht wiederholen würde, beflügelte die Königsblauen nur weiter. Mit dem fünften Tabellenplatz zum Ende der Hinrunde war das erste Etappenziel mehr als erfüllt.


Schalke spielt mal wieder um die Zukunft


Obwohl nicht in der Agenda vorgesehen, dürften Anhänger und Mannschaft nun auf die europäischen Plätze geschielt haben. Der starke Kader und die bisherigen Ergebnisse ließen den Schluss zu, dass die Mannschaft in dieser Saison bis zum Schluss um die oberen Plätze mitspielen kann. Doch nach den drei vergangenen Ligaspielen ohne Sieg (zwei Unentschieden, eine Niederlage), wandelt Schalke mal wieder auf dem schmalen Grat.


Am Wochenende steht das Duell gegen ​Mainz an. Obwohl es für die Königsblauen maximal drei Punkte zu gewinnen gibt, ist es ein wahres Schicksalsspiel für die restliche Saison. Denn eine Niederlage in diesem Duell würde schwerer wiegen als viele der bisherigen Erfolgserlebnisse. Die chronische Schalker Ungeduld hat sich schon längst breit gemacht. Die gierigen Schalker spielen um die langfristige Perspektive.

David Wagner

Teufelskreis: Wagners gute Leistungen bringen Schalke in Zugzwang



Eine gewisse Gier ist sicherlich förderlich, vor allem für einen ambitionierten Verein wie S04. Doch wie schwer sich der Verein noch vor einigen Monaten getan hat, ist im königsblauen Lager kaum noch präsent. Dabei gilt es gerade jetzt, realistisch zu bleiben - und verbissen. Kein Ziel dürfte mehr wert sein, als die Grundlagenschaffung für eine erfolgreiche Zukunft.


Diese erreicht man nicht auf Knopfdruck, sondern durch kontinuierliche Arbeit. Schalke hat ein solch enormes Potential in der Mannschaft, dass gut und gerne für die kommenden Jahre ausgesorgt ist. Doch wie bereits der Verlust von Alexander Nübel zeigt, ist der Kader unheimlich verletzlich und droht weitere Abgänge nicht auffangen zu können.


Schalke bringt sich unter Zugzwang


Schalke brachte sich selbst in die Situation, das Spiel am Sonntagabend gewinnen zu müssen. Der Druck nimmt mit den Spielen gegen ​Leipzig​Köln, ​​Hoffenheim oder ​Dortmund in den kommenden Wochen gewiss nicht ab. Allzu unrealistisch ist es nicht, dass sich die Königsblauen vor der heißen Saisonphase nur noch im Mittelfeld wiederfinden.


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