Vor einem Lissabonner Gericht sprach Eintracht Frankfurts Stürmer Bas Dost über den Hooligan-Angriff auf die Spieler von Ex-Klub Sporting Lissabon im Mai 2018, bei dem der Niederländer verletzt wurde.


Der Angriff ereignete sich wenige Tage nachdem Sporting am letzten Spieltag der Liga NOS mit 1:2 gegen CS Maritimo verlor, während Benfica gegen den FC Moreirense gewann. Eine Woche zuvor trennten sich die beiden Stadt-Rivalen mit 0:0 und gingen punktgleich in das Liga-Finale, in dem Benfica die Oberhand behalten und auf Platz zwei sprang. Sporting landete wegen der Niederlage nur auf Rang drei und verpasste wieder einmal die Chance auf eine Teilnahme an der Champions League.


Am 15. Mai 2018 gingen etwa 50 Hooligans auf dem Trainingsgelände auf die Spieler los. Auch Bas Dost war betroffen. Der Niederländer erlitt eine Kopfwunde. "Wir wussten, dass es einige Spannungen gab, aber ich dachte, wir würden uns unterhalten. Ich fühlte mich zu der Zeit nicht bedroht, es gab auch einige, die ihre Daumen erhoben. Aber der fünfte oder sechste fing an zu schlagen", schilderte der 30-Jährige den Tathergang vor Gericht (zitiert via ​BILD). "Es gab viel Blut. Sie schlugen die Tür auf, ich war allein mit ihnen und hatte Angst."

Sporting CP v CD Aves - Portuguese Cup Final

  Zwei Tage nach der Attacke stand das Finale im portugiesischen Vereinspokal auf dem Programm. Dost spielte wegen seiner Verletzung mit Turban.


In der Folge kündigte Dost gemeinsam mit fünf Mitspielern und Trainer Jorge Jesus seinen Vertrag, verlängerte wenig später jedoch und blieb dem Klub noch eine Saison erhalten. Über die Zeit nach dem gewaltsamen Übergriff sagte er: "Es war schrecklich. Ich hatte Wachen zu Hause vor unserer Tür. Der Nachgeschmack des Angriffs war und ist immer noch zu spüren. Ich brauchte Monate, um mich zu erholen."


Erst im Sommer 2019 kehrte Dost aus Portugal in die Bundesliga zurück, seit dieser Saison geht er für Eintracht Frankfurt auf Torejagd. Bei den Hessen steht er bis 2022 unter Vertrag. In Frankfurt erlebt Dost ähnlich emotionale Fans wie in Lissabon, vor erneuter Gewalt gegen die Spieler muss er sich aber nicht fürchten.