Corentin Tolisso gilt für den Sommer als Streichkandidat beim FC Bayern. Der Franzose würde eine ordentliche Ablöse generieren, die für die geplante bayerische Transferoffensive zur wichtigen Finanzspritze werden könnte. Ein Plan, dem der 25-Jährige aber offenbar mit aller Macht entgegenwirken will!


​Beim ​FC Bayern scheint derzeit alles und jeder auf dem Prüfstand zu stehen. Im Sog der erfolgreichen ​ersten 100 Tage von Chefcoach Hans-Dieter Flick bleibt es aber noch - relativ gesehen - ruhig an der Säbener Straße.


Wie groß wird die Fluktuation im Bayern-Kader?


Die Ruhe vor dem Sturm! Denn spätestens im Sommer dürfte ein ordentlicher Wind wehen beim Rekordmeister. Möglich sogar, dass an der Säbener Durchzug herrscht - personell gesehen. Gleich acht Verträge laufen 2021 aus, ​die Vertragsgespräche sind derzeit gestoppt (nur bei Neuer nicht), die Spieler stehen vor den entscheidenden Wochen auf dem Prüfstand.

Personell soll sich vor der neuen Spielzeit einiges tun. Die großen Transferziele sind bekannt - wer dazu noch auf die Liste kommt und was davon umgesetzt wird, hängt auch stark von den Leistungen des aktuellen Personals bis Saisonende ab. Bestes Beispiel ist hier Thiago, der derzeit überragende Vorstellungen abliefert. Das große Aber: Der Spanier ist weiter den Beweis schuldig, das auch in wichtigen Spielen gegen große Gegner umzusetzen. Schafft er das in der Rückrunde 2020 erneut nicht, könnte seine Zeit in München abgelaufen sein.


Tolisso auf dem Abstellgleis?


Abgelaufen sein soll auch die Zeit von Corentin Tolisso. 2017 als damaliger Rekord-Transfer für 41,5 Millionen Euro aus Lyon gekommen, wurde der französische Weltmeister nie zur erhofften Stütze im zentralen Mittelfeld. Das lag zu großen Teilen an seinem Kreuzbandriss. Liegt aktuell aber vor allem an der internen Konkurrenz, an der der hochveranlagte Tolisso nicht vorbeikommt. 19 Pflichtspieleinsätze, davon 13 in der Startelf, sind nicht genug für die Ansprüche eines 21-fachen französischen Nationalspielers.

Corentin Tolisso

Häufig bleibt Tolisso unter Flick nur ein Platz auf der Ersatzbank


​Eine Winter-Leihe zu Manchester United soll der FCB dennoch abgelehnt haben. Die Verantwortlichen dürften sich schlicht und einfach bewusst gemacht haben, dass man in den entscheidenden Wochen und Monaten nicht Gefahr laufen will, einen personellen Engpass zu bekommen - sei es durch Verletzungen oder Sperren.


Tolisso hat bis Mai Zeit, die Verantwortlichen zu überzeugen


​Nach der Saison könnte Tolisso aber zu Geld gemacht werden und einen Kaderplatz frei machen. Die Sportbild berichtete Mitte der Woche von diesen Plänen. Bis dahin hat der 25-Jährige noch Zeit, zu zeigen, dass ein Verkauf ein großer Fehler wäre. Glaubt man einem Bericht von Le Parisien, ist Tolisso auch durchaus gewillt dazu.

Aus dem näheren Umfeld des Spielers will die französische Zeitung erfahren haben, dass Tolisso um seinen (Stamm-)Platz im Team kämpfen will. "Er ist nicht frustriert und stellt sich der Situation. Er weiß, dass es er für einen großen Klub spielt, wo die Konkurrenz groß ist. Er wartet auf seine Chance und arbeitet hart dafür, die aktuelle Hierarchie zu ändern", wird eine namentlich nicht genannte Quelle zitiert.


Ein Verkauf von Tolisso: Pro und Contra


Sollte der 25-Jährige das nicht schaffen, dürfte es eng werden für ihn mit einer Zukunft in München. Bei einem Vertrag bis 2022 und als aktueller französischer Nationalspieler mit einem Marktwert von 40 Millionen Euro dürfte er mindestens die Summe einbringen, die der FCB im Sommer 2017 auf den Tisch gelegt hat.


Finanziell betrachtet könnte es also durchaus Sinn machen, einen Spieler für gutes Geld zu verkaufen, auf den man nicht unbedingt angewiesen ist und der nur sporadisch zum Einsatz kommt. Für die Transferziele à la Havertz und Co. wäre die Tolisso-Ablöse ein Zusatzbudget. Je nachdem wer und wie viele Spieler im Sommer kommen sollen, bräuchte man dieses Geld vielleicht sogar.


Auf der anderen Seite gilt Tolisso als hochtalentiert. Nach seinem Kreuzbandriss scheint sein Vertrauen in das Knie aber noch nicht immer zu 100 Prozent da zu sein. Erreicht er dies, kann er durchaus ein Spieler sein, der den Unterschied ausmacht! Tolisso hat alles, was es für einen Weltklasse-Mittelfeldspieler braucht: Tempo, Technik, einen ordentlichen Torabschluss. Dazu kann er sowohl auf der Sechs, Acht und der Zehn spielen. 


Sollte Tolisso in der Rückrunde seine Bestform erreichen, wichtige Impulse liefern und Thiago in der Crunch Time der Saison wieder mal enttäuschen - wer weiß, vielleicht geht am Ende der Spanier und der Franzose wird zur Zukunft in der FCB-Schaltzentrale. Am Willen des Spielers wird das zumindest nicht scheitern.