Zu Jahresbeginn ist Oliver Kahn wieder zum ​FC Bayern zurückgekehrt. Der baldige Vorstandsvorsitzende beteiligt sich schon jetzt aktiv in den Entscheidungsprozessen auf höchster Ebene und hat eine klare Vorstellung davon, wie die Zukunft des Vereins aussehen soll.


Schon die Ankündigung, ​dass Kahn 2020 in den Vorstand des FC Bayern München eingearbeitet wird, um nach einem Jahr die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzender anzutreten, löste bei den Mitgliedern Euphorie aus. 14 Jahre lang verkörperte der frühere Weltklasse-Torhüter das 'Mia-san-mia'-Gefühl und Sieger-Gen, das in den vergangenen 18 Monaten streckenweise fehlte und erst unter Hans-Dieter Flick wieder zurückgekehrt war. 


Einen Monat nach Amtsantritt schwört Kahn in einer E-Mail, die Sport Bild zitiert, die Mitarbeiter des Klubs ein: "Uns stehen intensive Wochen und Monate bevor, in denen wir auf und neben dem Platz große und wichtige Aufgaben bewältigen werden." Die Mannschaft stehe "wieder dort, wo wir hingehören: an der Tabellenspitze. Das wird viel positive Energie bei unserer Mannschaft freisetzen."


Teamgeist, kluge Transfers - und eine starke Jugendarbeit


"Die Emotionen, der Erfolgshunger und die starke Verbindung zwischen den Fans und dem Verein - das macht den FC Bayern München so einzigartig", so Kahn weiter, "und das habe ich wirklich vermisst." Wie es heißt, arbeite Kahn engagiert, bringe sich aktiv in die wöchentlichen Vorstandssitzungen ein. Dabei setze er auf den "Team-Gedanken", Einzelgänge gebe es von seiner Seite aus nicht. 


Allen voran hat Kahn ein gewichtiges Wort in der Kaderplanung, in die er seine Ideen einbringen will. Demnach setze er nicht auf hohe Preisschilder, sondern auf Spieler mit der passenden Mentalität. Der 50-Jährige wolle vorrangig Siegertypen verpflichten, solche aber auch im hauseigenen Nachwuchs entwickeln. "Der FC Bayern", sagt Kahn, "darf sich nicht treiben lassen von den Summen, die heute gezahlt werden."

Hasan Salihamidzic,Oliver Kahn

Zwei der führenden Köpfe des FC Bayern im Gespräch: Bald-Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn (v.l.)


Genannt werden Urgesteine wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, deren Nachfolger die Zukunft des Klubs prägen sollen. Die unter Sportdirektor Hasan Salihamidzic angetriebene Nachwuchsförderung wird fortgeführt, doch auch durch gezielte externe Transfers soll der FC Bayern weiterhin zur absoluten Spitze in Europa gehören. 


"Als ich 2008 meine Karriere als aktiver Spieler beendet habe, gab es für mich keinen Zweifel, dass ich mich unserem Verein wieder anschließen werde", schreibt Kahn, für den sich der Kreis schließt. "Es ist ein besonderes Gefühl, wieder heimgekommen zu sein, und ich freue mich darauf, die einzigartige Erfolgsgeschichte des Klubs gemeinsam mit Ihnen fortzuschreiben."