Aus England berichtet die Boulevardzeitung Sun (via Sportbuzzer), dass der ​FC Bayern München Interesse an Roberto Firmino hat und ein Angebot für den Angreifer in Diensten des ​FC Liverpool vorbereiten soll. Demnach könne der Brasilianer als passende Ergänzung zu Robert Lewandowski gesehen werden. Das wirre Gerücht im Check.


Über die letzten Jahre kann Roberto Firmino auf eine sehr erfolgreiche Zeit zurückblicken, sowohl persönlich als auch mit dem FC Liverpool. Nachdem man in der vergangenen Spielzeit nur ganz knapp am Meistertitel vorbeigeschrammt war und an ​Manchester City scheiterte, sich jedoch den Champions-League-Titel holen konnte, stehen in dieser Saison alle Vorzeichen auf den lang ersehnten Titel in der ​Premier League - auch dank der starken Leistungen des 28-Jährigen.


Erfolgreiche Zeit in Liverpool - Firmino brilliert mit Mané und Salah


Seit seinem Wechsel zu den Reds im Sommer 2015 (für 41 Millionen Euro von der ​TSG Hoffenheim verpflichtet) ist der Angreifer einer der wichtigsten Stammspieler. In der Offensive brilliert Firmino zusammen mit Sadio Mané und Mohamed Salah und steuert regelmäßig Tore sowie Vorlagen bei.

Roberto Firmino

Erzielte in dieser Saison bislang zehn Treffer: Roberto Firmino


Diese so erfolgreiche Ära des Angriffstrios könnte im Sommer enden - zumindest wenn es nach den Berichten der englischen Sun geht. Die Boulevardzeitung berichtet, dass der FC Bayern München Interesse an einer Verpflichtung des brasilianischen Nationalspielers signalisiert. Ein Angebot soll bereits vorbereitet werden, heißt es weiter. Etwa 75 Millionen Pfund - umgerechnet rund 88 Millionen Euro - stehen im Raum. Demnach sei Firmino als Ersatz beziehungsweise als Ergänzung zu Robert Lewandowski gedacht. 


Firmino als "Ergänzung" zu Lewandowski: Bayern und Liverpool ohne Bedarf


Das Gerücht der Sun, die ihrem Ruf als unseriöse Boulevardzeitung auch in Sachen Fußball schon des Öfteren nachgekommen ist, wird zudem ohne (eigene) Quelle angegeben. Ein solch kurioses Gerücht, ohne Quelle und ohne jegliche Anzeichen eines Wechselgedanken des Spielers, zusammen mit der heutzutage lächerlich wirkenden Summe für einen wichtigen Stammspieler des derzeit womöglich besten Teams der Welt, benötigt eigentlich keinen weiteren Kommentar. Diese Meldung wirkt schlicht aus der Luft gegriffen.


Für die Reds gibt es keinen Grund, den 28-Jährigen ziehen zu lassen. Bislang kam Firmino in jedem einzelnen Pflichtspiel der aktuellen Saison zum Einsatz (heimische Pokal-Wettbewerbe ausgenommen) und stand fast immer in der Startelf. Auch wenn er selbst kein Mann der unglaublichen Statistiken ist (acht Tore und sieben Vorlagen in 25 PL-Einsätzen), so wird er in England und auch von Cheftrainer Jürgen Klopp sehr für seinen Spielstil und die so gut funktionierende und wichtige Harmonie auf dem Platz geschätzt. Sein Vertrag läuft außerdem langfristig bis 2023. Der Marktwert des Brasilianers wird aktuell auf 90 Millionen Euro (transfermarkt.de) geschätzt.

Roberto Firmino

Wurde im letzten Jahr mit Liverpool Champions-League-Sieger: Roberto Firmino


Einen Backup für Lewandowski könnte man in München zwar gebrauchen, auch wenn der Pole so gut wie nie verletzt zu sein scheint. Durch die im Sommer geplante Großoffensive auf dem Transfermarkt (Stichwort Sané & ​Havertz) verplant man bereits eine enorm große Summe. Zusätzliche Ablösen, die nah an dreistellige Millionenbeträge reichen, wird auch der Rekordmeister nicht nebenbei aus dem Ärmel schütteln können. Zudem scheint es äußerst unwahrscheinlich zu sein, dass sich Firmino in München womöglich hinter Lewandowski auf die Bank setzt, oder eventuell mit Leroy Sané um Einsätze konkurriert.


Werner-Transfer würde Firmino nicht verscheuchen


Um die eigene Meldung zu bekräftigen, wirft die Sun den ​Transfer von Leipzigs Timo Werner zum Tabellenführer der Premier League in den Raum. Doch selbst wenn dieser Wechsel im Sommer tatsächlich über die Bühne gehen sollte, erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass Firmino dem etwaigen Konkurrenzkampf aus dem Weg gehen und flüchten würde. Zusätzlich dürfte der 28-Jährige unter Klopp weiterhin gesetzt sein. 


Zusammenfassend lässt sich dieses Gerücht also schnell in die stille Ecke des Kuriosenkabinetts schieben. Keinerlei Aspekte an dem Sun-Bericht sprechen für diesen Wechsel - eher im Gegenteil. Weder die Reds noch Firmino selbst dürften einen Gedanken an einen Abschied im Sommer verschwenden - und für etwa 88 Millionen Euro würde Klopp einen seiner wichtigsten Leistungsträger ohnehin nicht gehen lassen.