Die ​3:4-Niederlage in Leverkusen sorgt bei ​Borussia Dortmund einmal mehr für dicke Luft. Nach dem Spiel nannten Trainer Lucien Favre und Mats Hummels unterschiedliche Gründe für die Niederlage, Neuzugang Emre Can legte den Finger tief in die Wunde.


Zu oft haben die Westfalen in dieser Saison eine Führung und damit verbundene Punkte aus der Hand gegeben. So auch gegen ​Bayer Leverkusen. Nach dem 0:1-Rückstand durch Kevin Volland (20.) drehten Mats Hummels (22.) und Emre Can (33.) die Partie zu Gunsten des BVB, der auch nach dem zweiten Treffer von Volland (43.) die Ruhe bewahrte und nach etwas mehr als einer Stunde dank Raphael Guerreiro erneut in Führung ging.


Auswärts fällt der Verwaltungsmodus jedoch regelmäßig aus. Nach den späten Remis in Frankfurt und Freiburg sowie einer Niederlage in Hoffenheim stand Schwarz-Gelb auch in Leverkusen mit leeren Händen da. In Minute 81 erzielte Leon Bailey das 3:3, nur eine Minute später sorgte Lars Bender für die Entscheidung. Statt vor dem ​Spitzenspiel zwischen Bayern München und RB Leipzig punktgleich mit den Bayern zu ziehen, droht der Vorsprung auf die Tabellenspitze am Sonntagabend auf bis zu sechs Punkte anzuwachsen. 


Favre widerspricht Hummels


Im Mittelpunkt stand wieder einmal die Frage nach dem 'Wie'. Hummels stört die Einstellung der Mannschaft bei Führungen und kritisierte die Passivität im zweiten Durchgang: "Wir haben ein wirklich gutes Spiel gemacht, aber sind ab der 70. Minute passiv geworden und haben uns tief hinten reindrängen lassen. Es ist ein wichtiger Punkt, dass wir aktiv bleiben und nicht den Gegner stark machen", sagte der Abwehrchef laut ​BILD.


Dem wollte Trainer Favre aber nicht zustimmen: "Passivität? Das war nicht der Grund." Er bemängelte, die Mannschaft müsse bei Ballbesitz "mit mehr Geduld spielen, den Ball besser kontrollieren. Nicht immer nur nach vorne, sondern auch mal den Ball halten." 

Der nicht vorhandene Verwaltungsmodus ist ihm ein Rätsel, laut Sport1 sei der Schweizer nach dem Schlusspfiff "völlig konsterniert" durch die Mixed-Zone gelaufen. "Ich hatte, seitdem ich Trainer bin, selten eine Mannschaft, die solche Schwierigkeiten hat. Das Alles ist momentan schwer zu erklären", wird Favre vom TV-Sender zitiert. "Wir müssen reifer auftreten. Wir müssen aggressiver spielen, aber vor allem intelligenter."


Can: BVB zu harmlos 


Immerhin: ​In diesem Punkt erhält Favre Unterstützung von Can. "Man muss - auf gut Deutsch gesagt - einfach dreckiger sein, auch mal Foul spielen", erklärte der Mittelfeldspieler gegenüber Sky (zitiert via kicker) "Alle zusammen müssen verteidigen. Wir müssen alle zusammen defensiv besser stehen - von vorne bis hinten. Da meine ich nicht nur den Torwart oder die Verteidiger, sondern alle." Das müsse die Mannschaft, die in den Augen des deutschen Nationalspielers "extrem viel Potenzial hat", allerdings erst noch lernen.