Der FC Bayern hat seine Pflichtaufgabe ​im DFB-Pokal gelöst und die ​TSG Hoffenheim im Achtelfinale mit 4:3 besiegt. Im Gegensatz zu den anderen Favoriten ​RB Leipzig und ​Borussia Dortmund, die am Dienstagabend die Segel streichen mussten, ließen die Münchener am Mittwochabend über weite Strecken nichts anbrennen - die vogelwilde Schlussphase trübt jedoch das Gesamtbild und wird von Hansi Flick dringend analysieren werden müssen.


Tore:

0:1 Boateng (8., Eigentor)

1:1 Hübner (13., Eigentor)

2:1 Müller (20.)

3:1 Lewandowski (36.)

4:1 Lewandowski (80.)

4:2 Dabbur (82.)

4:3 Dabbur (90.+2)


FC Bayern: Neuer - Pavard, Boateng (83., Odriozola), Alaba, Davies - Kimmich, Tolisso, Coutinho - Müller (81., Cuisance), Lewandowski (81., Zirkzee), Gnabry


TSG: Pentke - Nordtveit, Hübner, Akpoguma - Kaderabek, Rudy, Grillitsch (71., Grillitsch), Zuber - Bebou (61., Dabbur), Bruun Larsen (71., Baumgartner) - Kramaric


Die ersten Minuten begannen für den FC Bayern denkbar schlecht: Erst wurde ein Lewandowski-Treffer aufgrund einer hauchzarten Abseitsstellung aberkannt, dann fälschte Boateng den Ball unhaltbar ins eigene Tor ab. Und schon lag man mit 0:1 hinten.


Wer dachte, die TSG könnte wie schon in der Bundesliga-Hinrunde (damals gewannen die Hoffenheimer überraschend mit 2:1) für eine Überraschung in der Allianz Arena sorgen, der sah sich aber getäuscht.


Der Rekordmeister ließ sich vom frühen Rückstand nicht beirren und ging durch ein Eigentor von Hübner sowie einen Treffer von Müller schnell mit 2:1 in Führung. 

Kurz vor der Halbzeitpause sorgte Lewandowski mit dem 3:1 schon für eine kleine Vorentscheidung - die Münchener spielten wie aus einem Guss, bestimmten das Spielgeschehen nach Belieben und hätten zur Pause durchaus noch höher führen können. 


Die Bayern-Fans überschütteten ihren Klub in den sozialen Netzwerken mit unfassbarem Lob. Und womit? Mit Recht!


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Doch nun kommt das Aber: Der Münchener Leistungsabfall in der zweiten Hälfte war durchaus besorgniserregend. So stark der Rekordmeister vor der Pause agierte, so stark ließ er nach der Pause nach. 


Unerklärliche Wackler in der ​Münchener Defensive sorgten dafür, dass die TSG immer besser ins Spiel fand - da auch offensiv längst nicht mehr alles so glatt lief wie in der ersten Halbzeit, kippte das Spiel immer mehr in Richtung der Kraichgauer.



Die TSG nutzte ihre Torchancen zunächst allerdings nicht, zudem wurde ein Treffer von Hübner wegen Handspiels aberkannt.


Mitten in die Hoffenheimer Überlegenheit hinein, kam Lewandowski zehn Minuten vor Schluss nach einem Eckball mutterseelenallein zum Kopfball und sorgte für das 4:1. Jetzt sollte das Spiel aber doch wirklich zugunsten der Gastgeber gegessen sein - denkste!


Die Münchener verteidigten in der Schlussphase weiterhin vogelwild und leisteten sich haarsträubende Ballverluste, die die Gäste in Person von Dabbur mit einem Doppelpack bestraften. Plötzlich stand es nur noch 4:3! Das hätte nach der ersten Hälfte niemand für möglich gehalten.



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Der Ausgleich gelang der TSG zwar nicht mehr - doch mit dem Verlauf der zweiten Hälfte kann man beim FC Bayern nicht zufrieden sein. Womöglich waren die Münchener im Kopfspiel schon beim Topspiel gegen RB Leipzig...