​​Eintracht Frankfurt feierte am Dienstagabend im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen ​RB Leipzig einen ​hart erkämpfen 3:1-Heimerfolg. Zum großen Matchwinner avancierte Filip Kostic, der zwei Tore erzielte und am dritten Treffer beteiligt war. Der Linksaußen hat damit wieder einmal auf eindrucksvolle Art und Weise gezeigt, wie wichtig er für die SGE ist und dass er Spiele fast im Alleingang entscheiden kann. 


In der letzten Saison ging Kostic im Hype um die Büffelherde (bestehend aus Sebastien Haller, Ante Rebic & Luka Jovic) fast ein wenig unter. Dass der serbische Nationalspieler bereits in der vergangenen Spielzeit einer der großen Erfolgsgaranten gewesen war, zeigen seine 23 Torbeteiligungen. Seit Sommer ist bei der SGE die Büffelherde Geschichte. Alle drei Angreifer haben den Klub verlassen, wodurch Kostic mehr in den Vordergrund gerückt ist.


Systemumstellung kommt Kostic zugute​


In den letzten Monaten bewies der 27-Jährige, der im Sommer fest vom ​Hamburger SV verpflichtet wurde, dass er das neue Herzstück der Frankfurter Offensive ist, worauf sich mittlerweile jedoch auch viele Gegner eingestellt haben. Schafft es der Kontrahent, Kostic weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen, strahlt der SGE-Angriff deutlich weniger Torgefahr aus, weil es auf der rechten Außenbahn kein vergleichbares Pendant zum Linksfuß gibt. 


Cheftrainer Adi Hütter hat dieses Problem ebenfalls erkannt. Auch aus diesem Grund stellte der Österreicher sein Spielsystem auf eine Viererkette um, damit Kostic sich verstärkt auf seine Offensivaufgaben konzentrieren und ihn ein Außenverteidiger unterstützen kann. 

Gegen RB Leipzig konnte der pfeilschnelle Nationalspieler seine großen Stärken voll ausspielen. Fast alle schnellen Gegenstöße liefen über die Seite des Ex-Hamburgers, dessen scharfe Flanke zum 1:0 führte. Marcel Halstenberg verschätzte sich bei der Hereingabe und touchierte den Ball mit der Hand, was einen berechtigten Elfmeter nach sich zog, den ​André Silva eiskalt verwandelte.


In der zweiten Halbzeit war Kostic dann selbst erfolgreich. Auf Höhe der Mittellinie schickte Sebastian Rode den Serben auf die Reise. Kostic marschierte anschließend in den Strafraum der Roten Bullen und erzielte in gewohnter Manier mit einem satten Linksschuss ins lange Eck das 2:0. In der Nachspielzeit machte der Ex-Hamburger nach Vorarbeit von Goncalo Paciencia den Deckel drauf und traf in ähnlicher Weise zum 3:1-Endstand. Nach seinem Doppelpack steht der Angreifer in der laufenden Saison bei 19 Torbeteiligungen (neun Treffer/zehn Vorlagen). 

Filip Kostic ,Lukas Klostermann

War am Dienstagabend kaum zu stoppen: Filip Kostic (r.)



Auch die Leistungsdaten zeigen, welch grandiose Vorstellung Kostic im Achtelfinale abgeliefert hat. Der 27-Jährige spulte erneut ein enormes Laufpensum ab, gab drei Torschussvorlagen und brachte 72 Prozent seiner Pässe zu einem Mitspieler. Besonders beeindruckend ist zudem die Zweikampfquote des Angreifers. 75 Prozent seiner direkten Duelle entschied der Linksfuß für sich (Quelle: kicker). 


Schlussmann Kevin Trapp scheint das Erfolgsgeheimnis von Kostic zu kennen. "Kostic hat sich eine neue Espresso-Maschine gekauft. Seitdem er die hat, läuft es bei ihm richtig gut. Wahrscheinlich ist das das Geheimnis", sagte der Torhüter bei Sport1. In den sozialen Netzwerken wurde Kostic, der im nächsten Sommer kaum noch zu halten sein dürfte, für seine bärenstarke Vorstellung gefeiert.