Das lief mal so richtig dumm für den ​VfB Stuttgart. Erst büßte man beim abstiegsbedrohten FC St. Pauli zwei Punkte ein, dann verlor man auch noch Kapitän ​Marc Oliver Kempf. Der 24-jährige Innenverteidiger zog sich am Millerntor einen Kieferbruch zu und fällt sechs bis acht Wochen aus.


Diese Verletzung macht es für Trainer Pellegrino Matarazzo nicht einfacher in den kommenden Wochen. "Uns fehlen", so Sportchef Mislintat gegenüber dem kicker, "drei linksfüßige Innenverteidiger." Die für diese Position im Kader vorhandenen Alternativen, Holger Badstuber und Marcin Kaminski, brauchen nach ihren Verletzungen wohl noch bis zu zwei Wochen, um in die Mannschaft zurückzukehren.


Also müssen es andere richten. Doch dabei will man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

Denn eine Wiederholung des Alptraums von Jungspund Maxime Awoudja (22) will beim VfB keiner noch mal erleben. Der wurde im Herbst in die beiden Spiele gegen ​Hannover 96 und ​HSV geschickt, und machte dabei - auch seiner Nervosität geschuldet - soviel falsch, dass er am Ende mit der Höchststrafe (kicker-Note 6) belegt wurde.


Erinnerungen an Awoudja-Debakel


"Wir müssen daraus lernen, was ihm passiert ist", so Mislintat. Heißt wohl im Umkehrschluss: ein neuerliches Experiment mit einem unerfahrenen Talent wird es nicht geben. Und somit ist einem Einsatz des Last-Minute-Transfers Clinton Mola (kam vom ​FC Chelsea) im Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen (Mi, 18.30 Uhr) wohl ein Riegel vorgeschoben.​ "Wir sollten diese Jungs nicht unvorbereitet in ein Spiel werfen, für das wir in der Wahrnehmung anschließen die Quittung erhalten." Wie halt im vergangenen Herbst.

Clinton Mola

Mola wird beim VfB wohl nicht ins kalte Wasser geworfen



Zwar sei ein Einsatz des des Engländers "nicht ausgeschlossen. Aber er sollte in Ruhe ankommen und verstehen, was wir als Mannschaft wollen", so Mislintat weiter. "Es geht ja nicht allein um seine Fähigkeiten, sondern auch darum, was wir als Gruppe tun."


Als wahrscheinlichere Option für die Abwehrformation der kommenden Wochen schälen sich deshalb die Namen von Pascal Stenzel (der Kempf nach dessen Auswechslung in Hamburg vertrat), Atakan Karazor und Liverpool-Leihgabe Nathaniel Phillips heraus.