​Der ​FC Bayern München legte einen perfekten Start ins neue Jahr hin und übernahm am vergangenen Wochenende die Tabellenführung. Neun Punkte und 12:1 Tore lautet die Bilanz der ersten drei Spieltage, an denen ​Trainer Hans-Dieter Flick mit Ausnahme von einer Veränderung die gleiche Startelf aufbot. Mit der Rückkehr von Kingsley Coman und Lucas Hernandez ins Mannschaftstraining hat der 54-jährige Übungsleiter zwei weitere Optionen zur Verfügung, die den Konkurrenzkampf weiter anheizen und Flick vor knifflige Entscheidungen stellen werden.


Nach dem ​3:1-Auswärtserfolg in Mainz bleibt beim deutschen Rekordmeister nicht viel Zeit zum Durchatmen. Am Mittwoch sind die Bayern im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen die ​TSG 1899 Hoffenheim gefordert. Bis Ende Februar stehen fünf weitere Partien, darunter das Topspiel gegen RB Leipzig sowie das Achtelfinal-Hinspiel in der ​Champions League gegen den ​FC Chelsea, auf dem Programm.


Mit Coman und Hernandez, die nach ihren längeren Verletzungspausen wohl noch eine gewisse Zeit benötigen werden, um wieder zu alter Stärke zurückzufinden, hat Flick die Möglichkeit zu rotieren, um die Belastung in den entscheidenden Wochen der Saison auf mehrere Schultern zu verteilen und diese möglichst gering zu halten. Es wird zudem spannend sein zu sehen, welchen Spielern der Bayern-Coach in den wichtigen Partien, bspw. gegen Chelsea, das Vertrauen schenken wird.


Neuformierte Viererkette beim FC Bayern?

An den letzten drei Spieltagen wusste die Viererkette, bestehend aus Benjamin Pavard, ​Jerome Boateng, David Alaba und Alphonso Davies, zu überzeugen und ließ nur einen Gegentreffer nach einer Standardsituation zu. In absehbarer Zeit dürfte allerdings Hernandez, sofern er von weiteren Verletzungen verschont bleibt, wieder Teil der Viererkette sein. Fraglich ist dann, wie Flick seine Defensive umbauen und wer dem Rekordneuzugang zum "Opfer" fallen wird. Denkbar ist, dass ​Boateng, der sich in der Rückrunde bislang in guter Verfassung präsentiert hat, seinen Platz im Abwehrzentrum räumen muss.


Bildet der Weltmeister jedoch mit Hernandez die Innenverteidigung, könnte Alaba auf die Linksverteidiger-Position zurückkehren, wo er sich selbst lieber sieht. In diesem Fall müsste der seit Wochen überzeugende Alphonso Davies weichen. Der pfeilschnelle Kanadier wäre allerdings auch eine ernstzunehmende Alternative für die offensiven Außenbahnen. 


Auch für die Rechtsverteidiger-Position, auf der sich zuletzt Pavard festgespielt hat, hat Flick mit Winterneuzugang Alvaro Odriozola eine weitere Option zur Verfügung. Sollte sich die Leihgabe von ​Real Madrid an der Säbener Straße eingewöhnt haben, könnte es auf der rechten Abwehrseite einen spannenden Konkurrenzkampf geben.

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Wartet noch auf seine ersten Einsatzminuten: Alvaro Odriozola



Während im zentralen Mittelfeld derzeit kein Weg an Joshua Kimmich und dem zuletzt überragenden Thiago vorbeiführt, gestaltet sich die Besetzung der offensiven Dreierreihe hinter Robert Lewandowski deutlich schwieriger. Leon Goretzka erhielt zuletzt den Vorzug vor Corentin Tolisso und Philippe Coutinho und sammelte reichlich Pluspunkte. Laufen Coman und Serge Gnabry auf den Außenbahnen auf, drängt allerdings auch noch ​Thomas Müller, der zuletzt als Rechtsaußen groß auftrumpfte, ins Zentrum, wo der Weltmeister bevorzugt spielt. 


Flick könnte sein Mittelfeld an den jeweiligen Gegner anpassen. Braucht es einen klassischen Zehner, darf sich Coutinho Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen. Der lauffreudige Müller ist immer eine Option, wenn es gilt, Lücken für Mitspieler zu reißen und gegen kompakt verteidigende Gegner "Verwirrung" zu stiften. Goretzka ist ein klassischer Box-to-Box-Spieler, der jede Menge Tempo und den nötigen Zug zum Tor mitbringt. Der Ex-Schalker weiß zudem auch defensiv zu überzeugen. 


Flick muss seine Top-Elf finden

Für Flick gilt es in den nächsten Wochen, eine Top-Elf zu finden, die in den wichtigen Spielen liefern muss, um die großen Ziele zu erreichen. Dabei wird der Bayern-Coach auch nicht vor großen Namen (Coutinho) Halt machen. Der 54-Jährige muss zudem in Sachen Rotation ein gesundes Maß finden, um die Belastung in Grenzen zu halten und keine Unzufriedenheit bei den Reservisten aufkommen zu lassen.


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