Aufgrund der extremen Verletzungssorgen in der Hinrunde musste David Alaba beim FC Bayern in die Innenverteidigung rücken. Von Hans-Dieter Flick wurde der Österreicher vor dem Rückrundenstart zum neuen Abwehrchef ernannt, er selbst sieht sich langfristig nicht in dieser Rolle. Umso spannender werden die Personalentscheidungen, wenn Lucas Hernández wieder einsatzbereit ist.


In München musste Alaba schon immer auf eine Position ausweichen, auf der er nicht ausgebildet wurde. Ursprünglich wurde der flexible Linksfuß im zentralen Mittelfeld ausgebildet, absolvierte dort einen Großteil seiner Spiele sowohl für die österreichische Nationalmannschaft als auch für die TSG Hoffenheim, an die er in der Rückrunde der Saison 2010/11 verliehen wurde. 


Beim FC Bayern kam Alaba indes in 242 von bislang 364 Pflichtspielen als Linksverteidiger zum Einsatz, zählte dort über Jahre zu den besten Spielern in Europa. Doch wie schon unter Pep Guardiola muss er aktuell in der Innenverteidigung aushelfen, elfmal begann er allein in dieser Saison im zentralen Element der Viererkette. Aufgrund seines Tempos, seiner Antizipation und der Fähigkeit, das Spiel zu lesen, läuft Alaba viele Bälle ab, entschärft Angriffe des Gegners und zieht das Angriffsspiel durch kluge Pässe mit auf. In der aktuellen Verfassung ist er für Flick unverzichtbar.


Wo fühlt sich Alaba am wohlsten?


In der Abwehr und wohl auch im Mittelfeld liegt Alaba nahezu jede Position. Gegen seine Rolle als Aushilfs-Innenverteidiger vermag er sich nicht zu wehren, auf lange Sicht aber will er offenbar wieder woanders aufgestellt werden, wie er im ​kicker-Interview nach dem ​Auswärtssieg bei Mainz 05 durchblicken ließ. "Puh. Ich versuche einfach, der Mannschaft zu helfen, mein Bestes zu geben", antwortete er auf die Frage, ob er nun auf seiner Idealposition angekommen sei.

David Alaba

      David Alaba stellt sich in den Dienst der Mannschaft, solange es gefordert ist.


Auch auf die Frage, ob die Innenverteidigung jene Idealposition werden könnte, fand Alaba keine wirkliche Antwort. "Das werden wir noch sehen. Ich habe sie jetzt ein paar Mal gespielt." Immerhin: "In der Mannschaft funktioniert es sehr gut, weil wir sehr viel den Ball haben und hoch stehen. Das liegt mir gut."


Hernández-Rückkehr sorgt für mehr Flexibilität


Solange Hernández noch nicht wieder bei 100 Prozent ist, wird sich an der jetzigen Konstellation allerdings nichts ändern. Das liegt einerseits daran, dass Benjamin Pavard auf der rechten Abwehrseite den Vorzug vor Álvaro Odriozola genießt, andererseits ist Jerome Boateng gestärkt aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt. Dass der Weltmeister von 2014 Konkurrent Pavard in die Außenverteidigung verdrängt ist kein Zufall, wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic erklärte: "Er hat sich schon in der Vorbereitung sehr gut präsentiert und ist auch mit viel weniger Kilos zurückgekommen. Ich glaube, er hat vier Kilo abgenommen. Er hat im Urlaub viel getan und genauso spielt er. Deswegen spielt er."

Umso spannender wird die Frage, wie Flick aufstellen wird, wenn Rekord-Neuzugang Hernández wieder spielfähig ist. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, welche Innenverteidiger-Paarung am besten funktioniert. Vorstellbar wäre nicht nur die Konstellation Alaba und Hernández, sondern auch Boateng und Hernández, während Alaba wieder auf die linke Abwehrseite rückt und Alphonso Davies auf den Flügel vorgezogen wird. Oder aber Flick bleibt seiner aktuellen Viererkette treu, wodurch sich der teuerste Neuzugang in der Geschichte der Bundesliga erst einmal mit einem Platz auf der Bank anfreunden müsste.