Gut, aber nicht sehr gut. So in etwa lässt sich die Leistung des FC Bayern beim ​3:1-Erfolg über Mainz 05 einordnen. Nach der frühen Führung schaltete der Rekordmeister zu voreilig in den Verwaltungsmodus, ließ es auch kurz vor Spielende im eigenen Strafraum noch einmal brenzlig werden. Das muss sich wieder ändern, wie auch Hans-Dieter Flick weiß.


Unter dem Strich war es ein verdienter Auswärtserfolg der Münchner. Nach acht Minuten brachte Robert Lewandowski den FC Bayern in Front, nur sechs Minuten später erhöhte Thomas Müller auf 2:0. In der 26. Minute war es Thiago, der mit seinem dritten Tor im dritten Rückrundenspiel für die Vorentscheidung sorgte - danach jedoch, so Flick, schaltete die Mannschaft ein paar Gänge zu viel zurück. "Wir haben das Tempo rausgenommen", bemängelte der 54-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel (zitiert via ​fcbayern.com), "das war von uns zu wenig." 


Bayern-Like war ein Schlagwort, das in den letzten Wochen unter Ex-Trainer Niko Kovac häufiger fiel. Unter Flick hat sich die Spielqualität erheblich verbessert, doch der Cheftrainer musste sich am Samstagabend eingestehen, "dass diese 60 Minuten nicht Bayern-Like waren." Auch David Alaba mahnte in der Mixed-Zone (zitiert via AZ): "Gut war die erste halbe Stunde – der Rest muss besser werden. Wir müssen versuchen unser Spiel und das Tempo über 90 Minuten zu halten."

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  Gegen kämpferische Mainzer machten sich die Bayern das Leben selbst schwer.


Kurz vor der Halbzeitpause erzielte der Mainzer Innenverteidiger Jeremiah St. Juste per Kopf das Anschlusstor, in Durchgang zwei verhinderte Manuel Neuer nach einer klärenden Aktion von Thiago das zweite Gegentor an diesem Nachmittag. Doppeltes Glück hatten die Bayern bei einem Schuss von Robin Quaison in der Nachspielzeit. Der Ball prallte am Pfosten ab, gleichzeitig befand sich der Schwede jedoch im Abseits.


Flick muss an Details feilen 


Abgesehen von diesen beiden Szenen ließ der Rekordmeister wiederum wenig zu, weshalb Flick auch lobende Worte fand: "Wir haben das gut verteidigt und fahren mit drei Punkten nach Hause." Der Verwaltungsmodus wirkte nach dem Seitenwechsel zudem deutlich besser als noch in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit. Vor den kommenden Spielen gegen 1899 Hoffenheim im DFB-Pokal und RB Leipzig in der Bundesliga wurden ein paar Körner geschont, Verletzungen vermieden. 


Nichtsdestotrotz stockt es hier und dort, wenn die Mannschaft verwalten soll. Das lag auch am behäbigen Gegenpressing nach Ballverlusten, das nicht so gut funktionierte wie beim 5:0-Sieg über den FC Schalke vor einer Woche. Mit der Zeit dürfte die Souveränität allerdings wieder zurückkehren und die Mannschaft wieder konzentrierter spielen. Dann gibt es noch weniger zu kritisieren als ohnehin schon; denn schwach war der Rückrundenstart mit drei Siegen bei 12:1 Toren und der Eroberung der Tabellenführung gewiss nicht.