20 in 20 - unter diesem Motto stellt 90min ab sofort wöchentlich die bislang 20 feststehenden Teilnehmer der EM 2020 vor. Den Anfang macht der Kopf der Gruppe A, Italien. 90min zeigt die drei größten EM-Momente der Squadra azzurra.


1. EM 2012 (Polen / Ukraine), Halbfinale Deutschland vs. Italien 1:2

Schauplatz: Warschau (Stadion Narodowy)


Vielleicht war es das Spiel seines Lebens. Fakt ist, dass Mario Balotelli weder vorher noch nachher je an das Niveau herankam, wie an jenem 28. Juni 2012 in Warschau. Praktisch war das Spiel, in das Deutschland sogar als leichter Favorit ging, schon nach knapp 40 Minuten entschieden.

Mats Hummels,Mario Balotelli

Balotelli schoss Deutschland quasi im Alleingang ab (hier im Zweikampf mit Hummels)



Lächerliche Verteidigungsarbeit der Deutschen machten es Super-Mario und den Seinen allerdings auch leicht. Vor der Flanke von Antonio Cassano zum 1:0 durch "Balo" in der 20. Minute ließen sich gleich drei Deutsche (Boateng, Hummels und Khedira) locker und leicht ausspielen - und im Zentrum fühlte sich anscheinend auch keiner für Balotelli verantwortlich.


Das DFB-Team hatte sich davon noch nicht erholt, als sie - dilettantisch aufgerückt - Balotelli in der 36. Minute viel zu viel Raum ließen. Der ließ sich nicht zweimal bitten und schnürte seinen Doppelpack - und ließ dem Tor die ikonische Jubelgeste folgen.


Deutschland konnte durch einen Handelfmeter von ​Mesut Özil in der Nachspielzeit nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Im Finale gegen Spanien waren die Italiener dann aber chancenlos - und verloren mit 0:4. 


2. EM 2000 (Belgien / Holland), Halbfinale Holland vs. Italien 1:3 n.E.

Schauplatz: Amsterdam (Amsterdam Arena)


Ein kurioses Spiel. Die Holländer vergaben bereits in den regulären neunzig Minuten zwei Strafstöße (de Boer, Kluivert) und schafften es auch nicht, in insgesamt 120 Minuten ein Tor zu erzielen. Dabei waren sie als Favorit in das Spiel gegangen (wenn man bei solchen Spielen überhaupt von Favoriten sprechen kann). Doch immerhin hatten sie die Jugoslawen im Viertelfinale mit 6:1 vom Feld gefegt. Etwas ruhiger hatten es da die Italiener (2:0 gegen Rumänien) angehen lassen.

VI-Images Archive

Toldo pariert auch den fünften Elfmeter (von Bosveldt) an diesem Nachmittag



Im entscheidenden Elfmeterschießen versagten dann erneut de Boer (mit einer Kopie seines ersten Elfmeters) sowie Stam und Bosveldt die Nerven - und die Italiener kamen dank oldo im Tor ins Finale. Welches sie aber gegen Frankreich durch ein Golden Goal von Trezeguet (auf Vorarbeit von Pirés) in der 103. Spielminute mit 1:2 verloren.


3. EM 1968 (Italien), Finale Italien vs.Jugoslawien 2:0

Schauplatz: Rom (Olympiastadion

Champions Italy

Die siegreichen Italiener, mit den Torschützen Riva (hintere Reihe, dritter von links) und Anastasi (vordere Reihe, erster von links)



Das erste Finalspiel (am 8. Mai) war noch 1:1-unentschieden (nach Verlängerung) ausgegangen. Da es damals noch kein Elfmeterschießen gab, musste zwei Tage später ein Wiederholungsspiel anberaumt werden. In diesem siegten die Italiener schließlich durch Tore von Gigi Riva und Pietro Anastasi 2:0. Der Endstand war bereits nach 32 Minuten besiegelt. 


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