Mit der Leihe zu Newcastle United hat ​Schalke 04 bereits vor einer Woche den Abnehmer für Sorgenkind Nabil Bentaleb gefunden. Der Algerier, den man schon im Sommer hat transferieren wollen, erhofft sich bereits jetzt einen langfristigen Verbleib in England - schließlich habe man gemeinsame Ambitionen, und er wolle schnell "ein Teil dieses Vereins" werden.


Fußballerisch stark, noch immer ein großes Talent und - zumindest in seiner Zeit auf Schalke - eine oftmals fragwürdige disziplinarische Einstellung. Nabil Bentaleb hat innerhalb der letzten Jahre verschiedene Facetten verkörpert. Dass er intern als Egoist angesehen und durch mehrere Verfehlungen das eine oder andere Mal aus dem Kader geworfen, und abschließend von Huub Stevens zweimal suspendiert und in die U23 geschickt wurde, überwiegt allerdings seine nicht allzu lange Zeit in Gelsenkirchen. 


Bentaleb schwärmt schon von Newcastle 


Aufgrund des augenscheinlich zerstörten Verhältnisses zwischen (alter wie neuer) Vereins- und sportlicher Führung und ihm, plante man schon im vergangenen Sommer den Abschied des 25-Jährigen. Eine Knie-Operation vereitelte die etwaige Trennung jedoch. Mit der ​Leihe mitsamt anschließender Kaufoption zu Newcastle United hat man sie nun vollziehen können, wenn auch mit einigen Monaten Verspätung. Etwa eine Million Euro hat sich Königsblau als Leihgebühr auszahlen lassen. 


Nabil Bentaleb

Bentaleb beim Training mit der Schalker U23 



Nach seinem ersten Startelf-Einsatz im FA Cup gegen den Drittligisten Oxford United (0:0) hat sich Bentaleb schnell festgelegt; er möchte über den Sommer hinaus bei den Magpies bleiben (via ​chroniclelive): "Ich möchte auch in der nächsten Saison hier sein, für eine längere Zeit, nicht nur für diese Saison." Schließlich habe er gemerkt, dass er und der Klub die gleichen Ambitionen haben - davon wolle er ein Teil sein. Die Kaufoption, die sich Newcastle gesichert hat, wird auf rund zehn Millionen Euro beziffert.


Die letzten Monate auf Schalke hingegen seien für ihn "hart gewesen", so der Mittelfeldspieler weiter. "Jeder Fußballer liebt es zu spielen, doch leider habe ich keinen Fußball gespielt. Es war wie eine Lernkurve für mich und in dieser Situation musste ich versuchen, das Beste daraus zu machen." Schon vor einigen Wochen hatte er kritisiert, dass er unter David Wagner und Sportvorstand Jochen Schneider ​keine neue Chance erhalten habe. Stattdessen habe er mehr Zeit mit seiner Familie verbracht, sich fit gehalten und "sehr viele Spiele geguckt", auch eigene, wie er hinzufügte - er wolle sich immer weiter verbessern. "Als ich die Chance bekam, hierherzukommen [Anm.: zu Newcastle], habe ich mich dafür bereit gefühlt. Es war sehr eindeutig für mich, ich wusste meine Entscheidung sofort", weiß Nabil Bentaleb schon jetzt von seinem neuen Arbeitgeber zu schwärmen.