Neue Besen kehren besser - ganz offensichtlich trifft dies auf den ​FC Barcelona momentan nicht zu. Seit der vorzeitigen Entlassung von Trainer Ernesto Valverde hat Barça unter dem neuen Coach ​Quique Setién drei Spiele abgeliefert. In keinem wusste das Star-Ensemble zu überzeugen.


Dem mausgrauen 1:0 gegen die Andalusier aus Granada, die durchaus mehr aus dem Nou Camp hätten mitnehmen können, folgte ein erschütternder Auftritt im Pokal gegen den Drittligisten Ibiza (2:1). Dem Pfosten und einer Glanzparade von Neto (der ter Stegen im Tor vertrat) war es zu verdanken, dass die Hausherren kurz vor Schluß nicht sogar mit 2:0 in Führung gingen. Am Ende bewahrte der 126-Millionen-Einkauf Antoine Griezmann mit einem Doppelpack seine Mannschaft vor einer Niederlage, die durchaus nicht unverdient gewesen wäre.


So unverdient, wie wiederum ein Sieg der Azulgrana am Samstag im Estadio de Mestalla zu Valencia gewesen wäre. Selbst ein Unentschieden wäre schon zuviel Lohn für die dargebotene Leistung gewesen. 

Leo Messi

Auch Messi konnte im Mestalla nicht überzeugen - und schoss in neunzig Minuten nur einmal aufs Tor


Dank ter Stegen, der wieder zwischen den Pfosten stand, konnten sich die Katalanen mit einem 0:0 in die Pause retten. Doch auch in Halbzeit zwei war keine Besserung in Sicht - im Gegenteil: durch Maxi Gomez' Doppelpack (sein Schuss beim 1:0 wurde zwar noch von Jordi Alba abgefälscht, aber das Tor wäre in der Bundesliga dem Valencia-Spieler zugesprochen worden)  gewannen die Hausherren völlig verdient mit 2:0. Und das eine Woche nach ihrem Desaster auf Mallorca, als sie mit 1:4 verloren. Barcelona als Aufbaugegner für die Konkurrenz?


Setién selbstkritisch nach seiner ersten Niederlage


Setién gab sich jedenfalls nach dem Spiel angenehm selbstkritisch: "Wir waren schlecht. Niemandem hat gefallen, was wir heute gesehen haben. Wir haben eine Menge sinnloser Pässe gespielt. Offenbar interpretieren die Spieler meine Ansagen nicht korrekt. Oder ich erkläre sie nicht richtig", zitiert ihn der kicker.


Dann sollte er schleunigst damit anfangen, dem entgegenzuwirken. An der Sprache kann es ja schwerlich liegen. Insgesamt beschwört die aktuelle Form der Mannschaft ungute Gefühle betreffend der vor der Saison ausgegebenen Ziele hervor. Die sind eigentlich jedes Jahr dieselben: nämlich alle Titel, um die man spielt. Sprich: Meisterschaft, Pokal und Champions League. 


​In der Meisterschaft hinkt man jetzt erstmal dem Erzrivalen aus Madrid hinterher. Zwar ist Barça noch nicht dramatisch weit vom Tabellenführer entfernt, aber dennoch ist unstrittig, dass die Königlichen zur Zeit in ganz anderer, sprich ​bess​erer Form sind sind als ihre Kollegen aus der Grafenstadt.


Im Achtelfinale des Königspokals haben die Katalanen auf den ersten Blick ein vermeintlich leichtes Los erwischt (Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten aus Leganés). Doch schon das Spiel gegen den FC Granada hat gezeigt, wie schwer sich der FC Barcelona momentan mit fast jedem Gegner tut. 


In der Champions League wiederum wartet der SSC Neapel. Vor Wochen hätten die englischen Buchmacher wohl noch eine richtig gute Quote auf ein Weiterkommen der Süditaliener gegeben. Doch spätestens seit dem gestrigen Erfolg der Napolitaner gegen Tabellenführer Juventus (2:1) sollte der FC Barcelona gewarnt sein. Als klarer Favorit jedenfalls geht der FCB in das Achtelfinale der Königsklasse nicht.