​Nach dem glanzlosen, wenn auch ungefährdeten Sieg bei Real Valladolid (1:0) führt​ Real Madrid das Klassement mittlerweile mit drei Punkten Vorsprung auf den ​FC Barcelona an. Ganz entgegen der Tradition des Rekordmeisters ist es aber nicht so sehr die Offensive, die zuletzt für Erfolge sorgte, sondern eine stabile Abwehr.


Und das sah noch bis tief in die Sommer-Vorbereitungszeit ganz und gar nicht danach aus. Immer noch hallt die klatschende 3:7-Niederlage gegen Atlético Madrid vom Test-Kick in New Jersey nach. Doch während der Lokalrivale aus dem Süden der Hauptstadt mehr und mehr in einer Spiel- und Ergebniskrise versinkt, läuft es bei den Königlichen. 


In diesem Jahr sind sie noch in jedem Spiel (Supercup inklusive) als Sieger vom Platz gegangen. Die letzten drei Ligaspiele wurden gewonnen. Zuletzt hat man beim 0:0 gegen Athletic Bilbao Punkte liegen lassen. Das war kurz vor Weihnachten.


Fast nur halb so viele Gegentreffer wie Barça


Doch es ist nicht so sehr die Offensive, die den Rekordmeister auf Titel-Kurs hält, sondern die enorm stabile Abwehr. Nach 21 Spieltagen weist Real mit 13 Gegentreffern in dieser Kategorie die beste Bilanz der gesamten Liga auf. Zum Vergleich: Der FC Barcelona musste im selben Zeitraum fast doppelt so viele Treffer hinnehmen (25).


Und auch im Vergleich zu den Vorjahren ist eine deutliche Steigerung erkennbar. In der Saison 2017/18, die Real auf einem dritten Platz beendete, kassierte man 44 Gegentore. Eine Spielzeit darauf, ebenfalls mit dem 3. Rang als Abschlussplatzierung, waren es sogar deren 46. Hochgerechnet auf die gesamte Spielzeit in diesem Jahr könnte man sich bei weniger als 30 Gegentoren einpendeln. 


Und wie heißt es so schön: Offensiven gewinnen Spiele, Defensiven gewinnen Meisterschaften. 

Das scheinen die Männer Zidanes in dieser Saison verinnerlicht zu haben. Allen voran der Brasilianer ​Casemiro

Casemiro

Hat allen Grund zum Lächeln: Casemiro spielt die vielleicht stärkste Saison, seit er bei Real ist



Der 27-Jährige spielt wohl die beste Saison, seit er in Madrid ist. Zuletzt (beim 2:1 gegen den FC Sevilla) mutierte er sogar zum Goalgetter, schoss die Andalusier mit seinem Doppelpack quasi im Alleingang ab. Insgesamt konnte er bereits drei Liga-Tore und eines in der Champions League erzielen. 


Auch gestern blieben die Stürmer blass. Doch dafür sprang diesmal ein anderer aus dem Abwehrverbund in die Bresche: Nacho sorgte mit seinem Tor in der 78. Minute (auf Vorlage von Toni Kroos) für den Siegtreffer. Da ist es auch zu verschmerzen, dass der eigentlich für die Tore verantwortliche Karim Benzema die letzten fünf Ligaspiele leer ausging oder ein Luka Jovic noch nicht annähernd an seine Frankfurter Form heranreicht. Wie gesagt: mit starken Defensiven gewinnt man Meisterschaften. Auch in Spanien.