​Einen echten Transferhammer für die Bundesliga bietet aktuell ​RB Leipzig auf. Vom kroatischen Topklub Dinamo Zagreb verpflichten die Sachsen den massiv umworbenen ​Dani Olmo. Die Ankunft des Spaniers beim Tabellenersten der Bundesliga ist eine Kampfansage an die Konkurrenz - und sie wird Folgen haben.


Dani Olmo und ​Bundesliga, war da nicht mal was? Richtig, bereits im vergangenen Sommer buhlte unter anderem Bayer Leverkusen intensiv um die Dienste des Offensivspielers. Bekanntermaßen vergeblich versuchten die Rheinländer den 21-Jährigen unter das Bayerkreuz zu holen. Wie sich jetzt zeigt, war es nicht der fehlende Reiz an der Bundesliga, welcher letztlich dem Transfer im Weg stand, ​Leverkusen war schlicht zu unattraktiv für den Spanier.


Nun zeigt der Leipziger Olmo-Transfer, dass RB nicht nur jede Menge Geld zur Verfügung hat, sondern - anders als etwa Leverkusen - der Name des Vereins bereits jetzt auf europäischer Ebene enorm Gewicht hat. Die Sachsen katapultieren sich in diesem Winter endgültig in die europäischen Schlagzeilen. Anders formuliert: Willkommen in Europas Spitze, RB Leipzig.


Die Verpflichtung des Spielers, an denen auch einige andere europäische Spitzenklubs dran gewesen sein sollen, stellt die internationale Präsenz der Leipziger sehr gut dar. ​Der Klub ist in der Lage, seinen Worten Gewicht zu verleihen. In Sachsen entwickelt sich nicht "nur" ein Fußballverein weiter, oh nein, in Sachsen entsteht europäischer Spitzenfußball mit Hand und Fuß. Die Grundlage und Herkunft dafür mögen diskutabel sein, der bisherige Zwischenstand spricht allerdings für sich.


Blick in den Verein: Olmo erhöht den Druck auf Nkunku und Forsberg


Doch nicht nur auf europäischer Ebene, auch in Deutschland sowie in Leipzig selber hat der Transfer Folgen. Die Ankunft Olmos verstärkt die Offensive von RB massiv. Der sowieso schon namhafte Kader erhält nun noch eine brutale Option mehr. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Marcel Sabitzer, Timo Werner, Patrik Schick, Christopher Nkunku, Emil Forsberg, Yussuf Poulsen und nun noch Dani Olmo? Leipzig macht mit diesen Kräften dem Platzhirsch FC Bayern München nicht nur bloß Konkurrenz, RB dürfte qualitativ wie auch quantitativ den Rekordmeister in der offensiven Stärke überholt haben.


Doch das birgt auch Gefahren. Der sowieso schon aufgerüstete Kader wird durch die Verstärkung nur noch enger, die Chancen auf einen offensiven (Stamm-)Platz noch geringer. Olmo dürfte in Zukunft als Teil des Mittelfelds hinter dem Sturmduo zum Einsatz kommen. Im Leipziger Standardsystem 4-2-2-2 also wohl auf einer der beiden Positionen, für welche sich aktuell mit Forsberg, Nkunku und Sabitzer bereits drei Profis anbieten.

Christopher Nkunku

Wird der Leipziger Shootingstar Christopher Nkunku gleich wieder verdrängt?


Doch da Sabitzer inzwischen durch den Wechsel von Vizekapitän Diego Demme (nach Neapel) und der andauernden Verletzung des Kapitäns Willi Orban zum Träger der Binde aufgestiegen ist und seine wichtige Rolle bei RB durch konstant gute Leistungen bekräftigt (20 Torbeteilungen in 25 Einsätzen), dürfte der Österreicher kaum zu verdrängen sein. Vielmehr wird sich Olmo mit Nkunku und Forsberg um den Platz neben Sabitzer streiten müssen, obwohl seine Konkurrenten dort bereits ausgezeichnet performen.


Auf insgesamt 25 Torbeteiligungen (bei 33 Spielen) bringen es Nkunku und Forsberg bereits in dieser Saison, unter sportlichen Gesichtspunkten war der Transfer von Olmo daher nicht unbedingt nötig. Nun jedoch wird die Rotationsmaschine häufiger angeschmissen werden, um jeden Akteur zufriedenzustellen. Der etablierte und angesehene Forsberg (im Verein seit Januar 2015) sowie der hochtalentierte und erst 22-jährige Nkunku müssen den neuen Herausforderer erst akzeptieren. Ein Stimmungsumschwung, weil ein Teil des Trios nicht so häufig zum Einsatz kommt wie erwünscht, wäre nicht überraschend.


Olmo-Transfer bringt Glanz - hoffentlich


Mit dem Transferhammer stößt RB Leipzig also in neue Hemisphären. Von nun an grüßt man Europas (erweiterte) Spitze auf Augenhöhe und entblößt sich endgültig dem Stigma des Underdogs. Doch gleichzeitig bekommt man auch die internen Probleme, die Topklubs eben haben. Viele Spieler auf ähnlich hohem Niveau erfordern vom Trainerteam jede Menge Geschick. Jeder Spieler möchte bei Laune gehalten werden und möglichst immer spielen. RB muss nun aufpassen, sich durch Olmo zwar ein schön sportliches, allerdings auch kein faulendes Ei ins Nest gelegt zu haben. Gelingt es ihnen allerdings, die bis jetzt ausgezeichnete Balance zu halten, ist ein weiterer großer Schritt in Richtung internationale Spitzenklasse getan.