​Die Verletzungssorgen lassen den ​SV Werder Bremen noch immer nicht los. Aktuell fehlen erneut einige Stammkräfte verletzt. Doch selbst die einsatzbereiten Stars sind nicht komplett fit. Leonardo Bittencourt kämpft seit dem Trainingslager mit einer Verletzung - und spielt trotzdem.


Für das kommende Heimspiel gegen die ​TSG Hoffenheim werden auf Seiten der Bremer gleich acht wichtige Kräfte fehlen. Seit dem Sommer haben die Norddeutschen mit enormen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Nur wenige Spieler konnten die Saison bisher überhaupt verletzungsfrei absolvieren.


Selbst Dauerläufer Leonardo Bittencourt ist seit dem Jahresauftakt angeschlagen. Wie er in einer Medienrunde erklärte, hat er mit einer Sprunggelenksverletzung zu kämpfen. Die Blessur, die bereits im Trainingslager aufbrach, beeinträchtigte den 26-Jährigen auch gegen ​Fortuna Düsseldorf. Nichtsdestotrotz stand er in diesem Spiel 80 Minuten auf dem Platz.


Bittencourt geht über die Grenze


"Das ist eine Sache, die werde ich noch eine Weile mit mir herumtragen müssen. Nach Belastung ist es immer ein bisschen schwieriger", wird Bittencourt vom kicker zitiert. Werders Sommerneuzugang ​kann somit nicht auf Hochtouren auflaufen. Durch eine gute Behandlung und individuelles Programm, lassen sich die Probleme zumindest aushalten.


"Ich bin sowieso der Typ, der eher über den Schmerz hinweggeht. Ich muss da einfach durch. Ich hoffe, dass es in der Zeit mit der Belastung verheilt. Solange kein größeres Risiko besteht, werde ich für die Mannschaft da sein." Für seine Mitspieler ist Bittencourt in der aktuellen Situation noch einmal extra motiviert. Doch sein Übereifer könnte Folgen haben.

Axel Doerrfuss,Leonardo Bittencourt

Bereits auf Mallorca musste Bittencourt bandagiert und individuell trainieren



Zwar sind leichte Blessuren im Fußball nichts Ungewöhnliches, Vorsicht sollte man trotzdem walten lassen. Die Gesundheit des Sportlers steht stets über möglichem Erfolg. Darüberhinaus kann sich Werder einen langfristigen Ausfall des 26-Jährigen nicht leisten. Verschlimmert sich die Verletzung, bleibt nahezu kein Spieler für die rechte Außenbahn übrig.


Werder Bremen: Motto hat System


Dass nicht nur Bittencourt in dieser Saison bereits mit "Augen zu und durch"​ ans Werk ging, beweist ein Blick auf die Hinrunde. Dort spielte Mittelfeldstratege ​Maximilian Eggestein zeitweise mit einer Rippenprellung. Viele andere Muskelverletzungen wie die von Niklas Moisander wurden durch zu starke Belastung noch unerträglicher.


Die Folge: immer wieder fielen Profis aufgrund von vermeidbaren Blessuren aus. Dabei wollten die Verantwortlichen des SVW gerade jetzt auf den ​intensiveren Austausch mit den Schützlingen bauen. Werden die Verletzungen nicht gut genug kommuniziert, sind weitere Langzeit-Ausfälle nur eine logische Folge.


Allzu umsichtig ist Bittencourts gewisse Sturheit definitiv nicht. Der Deutsch-Brasilianer riskiert, dass sein Sprunggelenk ernsthafte Schäden davon trägt. Ohnehin dürfte er den Bremern angeschlagen nicht so weiterhelfen wie gewohnt. Dass die Grün-Weißen diesen Umstand noch immer tolerieren, zeugt von der Hilflosigkeit, die sich im Abstiegskampf breit macht. Es bleibt damit nur zu hoffen, dass sich der hohe Einsatz nicht doch noch rächen wird.