Auch in seiner dritten Saison bei Borussia Dortmund ist Mahmoud Dahoud nur Mitläufer. Der 24-Jährige wartet noch immer vergebens auf einen Stammplatz im Mittelfeld, auch der Verkauf von Julian Weigl hat nicht zur Besserung seiner persönlichen Situation beigetragen. Eine Zukunft beim BVB über die Saison hinaus erscheint zweifelhaft.


Mit Spielern von ​Borussia Mönchengladbach haben die Dortmunder in den vergangenen Jahren positive Erfahrungen gemacht. Marco Reus, der 2012 etwa aus Gladbach zu seinem Heimatklub zurückkehrte, ist Mannschaftskapitän, einer der wichtigsten Akteure im Spiel nach vorne und verkörpert die Identifikation mit dem Verein wie kein Zweiter. Auch Thorgan Hazard, der im vergangenen Sommer von der einen zur anderen Borussia wechselte, hat rasch einen Stammplatz erobert, glänzt insbesondere als Vorlagengeber und erhält ein ums andere Mal Lob für seine zusätzliche Beteiligung an der Abwehrarbeit.


Mo Dahoud kann von solch einem Standing allerdings nur träumen. Der zentrale Mittelfeldspieler glänzte in Mönchengladbach mit seinen Qualitäten als Spielmacher, seiner feinen Ballbehandlung sowie zahlreichen Dribblings und Tricks, die den damaligen Trainer André Schubert zeitweise jedoch auf die Palme brachten. "Er soll sich auf seinen Fußball konzentrieren und nicht anfangen zu spinnen", wetterte dieser nach einem 3:0-Sieg über Eintracht Frankfurt im März 2016 (zitiert via Focus), "wenn man es mit den spielerischen Fähigkeiten übertreibt, dann kommt auch mal ein Gegner, der sagt, das lasse ich mit mir nicht machen. Das muss er lernen."


Dahoud ist der Durchbruch noch immer nicht gelungen


Dahoud wirkte hier und dort zu verspielt, machte dies aber mit seinen genialen Aktionen an und mit dem Ball immer wieder wett. In Dortmund hatten sie auf den nächsten Sprung in seiner Entwicklung gehofft - doch der bleibt bis heute aus. In nunmehr zweieinhalb Jahren beim BVB kommt Dahoud auf 65 Einsätze, 34 Mal durfte er von Anfang an ran, nur 16 Mal spielte er über die volle Distanz. Den Sprung zur Stammkraft hat er bis heute nicht geschafft, speziell unter Lucien Favre ist er zum Bankdrücker geworden. 

Mahmoud Dahoud

Mo Dahoud (Foto) lässt sein Potenzial zu selten aufblitzen



Das liegt an der mangelnden Konstanz, die sich einerseits darin ausdrückt, dass Dahoud selten über zwei oder mehr Spiele ordentliche Leistungen liefert. Andererseits offenbart der 24-Jährige auch innerhalb einer Partie zu große Schwankungen. Auf gute Pässe folgen Bälle ins Niemandsland, Dribblings enden mit einem Ballverlust. Auch im Spiel gegen den Ball ist Dahoud seinen Konkurrenten Axel Witsel und Thomas Delaney unterlegen, im 3-4-3 genießt Julian Brandt den Vorzug in der Zentrale. 


Dahoud ist ein Talent, das an guten Tagen das ganze Spiel an sich reißen und dirigieren kann. Doch gute Tage erlebt er beim BVB viel zu selten, als dass er eine wirkliche Chance auf einen Stammplatz hätte. Allein in der laufenden Saison reichte es bislang nur für neun Einsätze über 286 Minuten, zehn davon absolvierte er beim verrückten 5:3 gegen den FC Augsburg.


BVB und Dahoud: Trennung im Sommer? 


Sein Vertrag läuft bis 2022, allerdings darf angezweifelt werden, ob er diesen auch erfüllen wird. Im Sommer berichtete der kicker über die Hoffnung des Vereins und Dahoud selbst, dass nach der U21-Europameisterschaft ​der Durchbruch gelingt. Doch darauf hoffen alle Beteiligten noch immer vergeblich. 


​Eine Flucht in der Winter-Transferperiode lehnte er offenbar ab, angeblich war Hertha BSC interessiert. Sollte er nicht den plötzlichen Turnaround schaffen, dürfte die Sportliche Leitung aber einen Verkauf im Sommer erwägen. Denn neben Eigengewächs Tobias Raschl, der im Sommer zu den Profis hochgezogen wurde und seine Entwicklung Schritt für Schritt vorantreibt, erwägt der BVB BILD-Informationen zufolge einen ​Transfer des französischen Mega-Talents Eduardo Camavinga. Der 17-Jährige ist seit dieser Saison Stammspieler bei Stade Rennes, wie Erling Haaland soll er das Interesse der ganz großen Klubs auf sich ziehen. 

FBL-FRA-U21

Jag nach dem nächsten Star? Angeblich baggert Dortmund an Eduardo Camavinga



Unabhängig von der Personalie Camavinga dürfte sich der BVB im Mittelfeld noch einmal verstärken - und Dahoud im Gegenzug möglicherweise ziehen lassen. Oder aber er kommt selbst zur Erkenntnis, dass er für einen Klub dieser Größenordnung noch nicht bereit ist und bittet um eine Freigabe.