​Real Madrid hat sich zuletzt verstärkt in Brasilien nach Verstärkungen für seine Mannschaft umgesehen. Das hat einen konkreten Grund. 2013 nämlich wechselte ein gewisser Neymar vom Pelé-Klub FC Santos ausgerechnet zum Erzrivalen der Königlichen, dem FC Barcelona. Schon damals schwor sich Real-Präsident Florentino Pérez, dass so etwas nie mehr vorkommen wird.


Und dafür haben die Madrilenen mittlerweile sogar ihre Scouting-Abteilung in die Hände eines Brasilianers gegeben. Juni Calafat, bis 2014 lediglich als sporadischer Berater in Sachen Talentsichtung bei Real aktiv, erhielt zunächst eine Festanstellung als Verantwortlicher für südamerikanische Transferziele des Klubs. Mittlerweile ist Calafat sogar absoluter Chef-Scout der Weißen - und hat in dieser Funktion bereits einige bemerkenswerte Transfers für Real realisiert.


Casemiro war Calafats Tür-Öffner


Den Grundstein dafür legte Calafat bereits im Jahr 2013, als er, noch in rein beratender Funktion, den Königlichen die Verpflichtung von Carlos Enrique Casemiro vom FC Sao Paolo ans Herz legte. Der Klub vertraute seiner Einschätzung, überwies heute lächerlich anmutende sechs Millionen Euro (!) an die Brasilianer - und hat mittlerweile einen der besten defensiven Mittelfeldspieler der Welt in seinen Reihen. Aktuell wird Casemiros Marktwert auf 70 Millionen Euro geschätzt.


Mit dieser Empfehlung konnte Calafat auch einen nicht so guten Deal finalisieren (konkret, den von Lucas Silva, der mittlerweile den Klub verlassen hat), ohne dass sein Ruf Schaden genommen hätte. Pérez vertraut Calafat seit dem Casemiro-Transfer beinahe blind. Und der zahlte diesen Vertrauensvorschuss - meistens - zurück. Auch einige Deals mit Nicht-Brasilianern, wie z.B. Federico Valverde (Uruguay), Marco Asensio (Spanien), Martin Odegaard (Norwegen) oder Luka Jovic (Serbien) gehen auf sein Konto.


Die brasilianische Kolonie bei Real wird immer größer


Doch Calafats Steckenpferd bleiben die Talente aus seiner brasilianischen Heimat. So lockte er binnen zwei Jahren sowohl Vinicius Junior (Flamengo) und Rodrygo (FC Santos) als auch Eder Militao (FC Porto) und den jüngsten Neuzugang, ​Reinier, ins Bernabéu. 


Letztgenannter, der in diesem Winter von Flamengo verpflichtet wurde, soll zwar zunächst in der zweiten Mannschaft der Madrilenen Fuß fassen, doch keiner in den Büros an der Avenida de Concha Espina zweifelt daran, dass er die nächste ganz große Sensation des brasilianischen Fußballs werden kann. 


Die Strategie der Blancos ist also klar: Bevor ein FC Barcelona (oder sonst irgendein Klub in Europa) ihnen wieder einen brasilianischen Superstar von der Kategorie eines Neymar vor der Nase wegschnappt, will Real diesen Markt in den kommenden Jahren lückenlos dominieren. Mit Juni Calafat scheinen sie den richtigen Mann dafür zu haben.