Eine beispiellose Verletzungswelle überrollt ​Werder Bremen​. Ludwig Augustinsson erwischte es jetzt im Reha-Training und er steht damit nicht allein da. Laut einer Recherche des Weser Kurier ist es in dieser Saison bereits der siebte Fall dieser Art.


Die Verletzungsmisere beim SV Werder Bremen nimmt immer absurdere Züge an. "Geht es noch verrückter?", fragt man sich unwillkürlich. "Ist bald ein Profi schwanger?" 


Sicherlich gehört zu einer solchen Geschichte auch enormes Pech. Frank Baumann wird in obigem Artikel zitiert: "Es ist ein Stück weit wie verhext!" Klingt nach Ratlosigkeit und Resignation, was angesichts der Tatsachen menschlich durchaus verständlich ist. Sollte jedoch wirklich Resignation in dieser Aussage mitschwingen, ist das für eine Führungskraft ein No Go. Frank Baumann ist jetzt gefordert, Lösungsansätze zu liefern und umzusetzen.


Die Werder-Familie dreht sich im Kreis

Es ist kein Geheimnis, dass Werder Bremen sich gerne auf eigene, bewährte Kräfte​ stützt, um im Alltagsgeschäft der ​Bundesliga zu bestehen. Traditionell besteht ein guter Draht zum Krankenhaus "Links der Weser", in dem der langjährige Werderpräsident Dr. Franz Böhmert seinen Arbeitsplatz hatte. Sicherlich hat man hiermit eine wertvolle Ressource, die aber aktuell offenbar nicht in der Lage ist, den Trend zu wenden. Was also tun?


Jetzt muss man sich eingestehen, dass diesem Dilemma mit eigenem Personal nicht beizukommen ist.​ Es darf vorausgesetzt werden, dass der medizinische Stab gut ausgebildet und auf dem neuesten Stand der medizinischen Forschung ist. Was würde es da nützen, diesen Stab auszutauschen, um Ersatz mit den gleichen Grundlagen zu verpflichten, von denen man auch nicht weiß, ob sie die Lösung bringen? Eher macht es da Sinn, das Team zu ergänzen, um Kompetenzen zu gewinnen, die aktuell intern noch nicht verfügbar sind.


Ein Problem kann nicht auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstand​

Blickt man also über den Tellerrand und macht eine kleine Zeitreise, dann bleibt man mit der Aufmerksamkeit unweigerlich an Dieter Trzollek (mit Spitznamen Miraculix oder Wunderheiler genannt) hängen, dem legendären Physiotherapeuten von ​Bayer 04 Leverkusen. 11 Freunde zitierte in einem Interview anläßlich des Endes seiner Berufstätigkeit sein Motto: "Lieber unwis­sen­schaft­lich gesund, als wis­sen­schaft­lich krank."


Nun, der Mann ist in Rente, kann ja aber vielleicht noch befragt werden und kennt wen, der auch kann, was er konnte. Man sollte jedenfalls nichts unversucht lassen angesichts der Tatsache, dass die Wissenschaft offenbar am Ende ihres Lateins angekommen ist. 


Keine Angst, nach dem Tellerrand geht's weiter und man fällt nicht ins Bodenlose, sondern der Blick wird frei für Alternativen einer anderen Ebene. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Freilich gehört Mut zu einem solchen Schritt und einen Bruch mit der Tradition, möglichst jemanden mit Stallgeruch zu verpflichten. Man darf gespannt sein, ob die Werder Familie demnächst Nachwuchs kriegt - auch ohne Schwangerschaft.