​Mit nur einem einzigen Winter-Neuzugang startet der ​SV Werder Bremen die Mission Wiedergutmachung. Zumindest nach dem aktuellen Stand bleibt es bei einem Transfer, den die Norddeutschen an Bord holen. Werders ehemaliger Geschäftsführer Klaus Allofs empfiehlt allerdings mehr Risiko und glaubt, dass sich Bremen einen Abstieg erst recht nicht leisten kann.


Werders finanzielle Möglichkeiten sind begrenzt, so viel steht schon lange fest. Ohne einen einzigen Verkauf in dieser Saison schleppt sich der Traditionsklub durch die Saison. Nicht alle Verpflichtungen erwiesen sich als Gewinn. Doch vor allem die Personalsorgen drängen auf weitere Neuzugänge. Im bisherigen Winter ging Werder allerdings wenig Risiko ein.


Bis auf die hart erkämpfte Leihgabe Kevin Vogt waren die Grün-Weißen trotz der großen Bemühungen noch nicht erfolgreich. Die Angst vor einem großen finanzielle Fehlkauf ist zu groß; vor allem für den Angriff bräuchte es allerdings noch Verstärkung. Laut Klaus Allofs ist dies nicht der richtige Weg für die Rückrunde. "Selbstverständlich haben gute Stürmer auch ihren Preis. Aber Werder sollte bereit sein, ein gewisses finanzielles Risiko einzugehen", so der 63-Jährige in der Kreiszeitung.


Allofs einfache Rechnung sollte Bremen warnen


Der aktuell vereinslose Manager ging mit Werder ebenfalls durch schwierige Zeiten. Er habe aus den Rückschlägen gelernt und warnt seine ehemaligen Arbeitgeber vor den drohenden Konsequenzen. "Bei allem, was jetzt bei Werder noch zu entscheiden ist, sollte eine Weisheit aus der Welt des Fußballs nie vergessen werden: Nichts ist teurer als der Abstieg!"

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Werders langjähriger Vorstand rät Bremen zu einer anderen Herangehensweise


Selbst beim aktuell geringen Transferbudget sollte der SVW noch einmal aktiv werden. Die Rechnung von Allofs könnte aufgehen, denn vielen Vereinen kam ein Abstieg deutlich teurer zu stehen. Damit es bei den Bremern nicht erst soweit kommt, sollten die Verantwortlichen auf die Probleme reagieren. Das Finden einer Ideallösung ist "natürlich schwer, auch ich habe nicht den einen Kandidaten im Kopf, der alle Kriterien erfüllt. Aber es gibt diese Stürmer, sie sitzen bei Top-Klubs auf der Bank, sind oft unzufrieden."


Erst vor kurzem betonten die Kaderplaner, dass Werder nur bei ​einer passenden Gelegenheit zuschlagen werde. Für Allofs, der den Norddeutschen 13 Jahren beiseite stand, ist die Zeit der Vorsicht vorbei. In jedem Fall würde Bremen ein weiterer Neuzugang unter allen Einschätzungen gut zu Gesicht stehen. Selbst wenn dabei die Kassen geplündert werden müssten.


All in für den Klassenerhalt?


Mit seinen Aussagen dürfte Allofs wohl recht behalten. Denn ein Gang in die ​zweite Liga könnte für die Norddeutschen einen Jahrelangen ​Bruch bedeuten und die bröckeligen Strukturen weiter schwächen. Doch bei allen Zahlenspielen muss bedacht werden, dass bei Weder im Sommer bereits etliche Millionen Euro für die bereits vorhandenen Leihspieler gezahlt werden müssen. 


Mit den anhaltenden Diskussionen um die Polizeikosten und den ausbleibenden Transfereinnahmen muss Werder in jedem Fall alle Entscheidungen überdenken. Über das Limit sollte der SVW nur im absoluten Notfall gehen, der zumindest aktuell noch nicht eingetreten ist. Werder hofft nicht nur auf die schnelle Rückkehr der verletzten Spieler, sondern vor allem auf ein glimpfliches Ende. Doch das Risiko bleibt so oder so bestehen.