​Mit der sich anbahnenden Verpflichtung des slowakischen Stürmers ​Robert Bozenik vom MSK Zilina (Slowakei) scheint der ​HSV alle geplanten Transferziele für diesen Winter zu erreichen. Damit dürfte wohl auch ein hinter den Kulissen diskutierter Transfer von Simon Terodde vom 1. FC Köln endgültig vom Tisch sein.


Und das, obwohl der Mann ja quasi eine Garantie für Tore ist - zumindest in der Zweiten Liga. 

In 218 Spielen im Unterhaus traf der 31-jährige Angreifer stattliche 118 mal. Eine Quote von über 50 Prozent. Doch ein genauerer Blick auf seine Leistungsbilanz verrät ebenfalls: Im Oberhaus, also da, wo der HSV spätestens im Mai wieder hin will, sieht es nicht mehr ganz so toll aus. In 51 Bundesliga-Spielen netzte Terodde zehnmal ein. Die Quote sinkt also eine Liga höher auf nur noch knapp zwanzig Prozent. 


Zieht man dann noch Faktoren wie das Alter (Terodde hat die 30-Jahre-Grenze bereits überschritten) und das für ihn fällige Gehalt zu Rate, können einem schon berechtigte Zweifel kommen. Denn für viel weniger als zwei Millionen Euro jährlich hätte Terodde wohl kaum seine Unterschrift unter einen Vertrag beim HSV gesetzt. 


Angst vor einem weiteren "Millionen-Grab"


Und genau das scheint einen Teil der Verantwortlichen beim HSV dazu verleitet haben, lieber auf eine zukunftsträchtige (und aktuell weit weniger teure) Option zu setzen. Wie eben Robert Bozenik. Der dürfte zwar was die Ablösesumme betrifft, sich bei drei bis dreieinhalb Millionen Euro einpendeln, verschlingt aber wohl kaum ein Gehalt, wie es für den aktuellen FC-Stürmer fällig wäre.


Denn der HSV ist bekanntlich ein gebranntes Kind, was überteuerte Neuzugänge anbelangt. Mit Kyriakos Papadopoulos und Bobby Wood schleppt man immer noch zwei Kader-Leichen mit sich rum, die den ohnehin nicht üppigen Etat der Hanseaten ziemlich belasten. Natürlich hätte ein Terodde auch beim HSV seine Tore geschossen. Vielleicht sogar so viele, um ihn ganz allein wieder ins Oberhaus zu schießen. Doch ein wesentliches Merkmal eines guten Managements besteht darin, langfristig, nachhaltig zu planen.


Die Bundesliga könnte in vier Monaten erreicht werden - und dann? Hätte man mit Terodde zwar einen Spieler, der Zweite Liga "kann" - aber Bundesliga eben nicht so. Und alles würde von vorne beginnen. Doch den Großverdiener, der im Verhältnis zur Leistung zuviel Geld kostet, hätte man dann erstmal im Kader. Und der Wiederverkaufswert eines dann schon 32-jährigen Angreifers, der nicht trifft - geht gegen null. 


Und weil mittlerweile auch der HSV aus seinen Fehler aus der Vergangenheit zu lernen scheint, haben die Bosse im Volkspark Abstand genommen von einer Verpflichtung von Simon Terodde. 

Und sich am Ende doch für die langfristige Lösung - sprich: Robert Bozenik entschieden. 

Die kommenden Wochen werden zeigen, in wie weit man damit richtig lag.