​Nach dem erfolgreichen Rückrundenauftakt dürfen die Verantwortlichen beim ​SV Werder Bremen etwas aufatmen. Doch mit der neuen Woche richtet sich der Blick wieder nach vorne. Kaderplaner und Scouting-Leiter Clemens Fritz sucht den Transfermarkt in den kommenden Tagen nach weiteren Verstärkungen ab.


Das 1:0 gegen ​Fortuna Düsseldorf war für den SVW nur ein erster Befreiungsschlag. Die nächsten Ergebnisse sollen die angepeilte Tendenz unterstreichen und keine Zweifel aufkommen lassen. In diesem Zug wollen sich die Norddeutschen weiterhin verstärken, wie Clemens Fritz im kicker verrät. Vor allem der Offensive würde ein Neuzugang gut zu Gesicht stehen. Das Finden der vielversprechenden Optionen erweist sich dagegen noch immer als anspruchsvoll.


"Im Winter ist es generell enorm schwierig, Spieler zu finden, die finanziell infrage kommen und sportlich sofort weiterhelfen. Man muss eben die Augen offenhalten, ob sich irgendwo eine passende Option auftut", so der 39-Jährige. Als Leiter der Scouting-Abteilung ist Clemens Fritz einer der Entscheider in Sachen Transfers. Bis auf die Leihgabe Kevin Vogt konnte Werder allerdings noch keine Ergebnisse vorweisen.


Fritz bleibt aufmerksam und will nichts erzwingen


​Bis zum Ende des Transferfensters blickt sich der gebürtige Erfurter weiter intensiv auf dem Markt um. Dabei müssen bei einigen Spielern intensive Nachforschungen betrieben werden. "Es werden auch Spieler angeboten, bei denen man schon noch mal hinterhergehen muss. Weil man sie zwar grundsätzlich kennt, sie aber vielleicht etwas länger von der Bildfläche verschwunden waren." Erfahrene oder vertragslose Profis könnten Werder weiterhelfen, doch der sportliche Wert bei solchen Transfers ist oft fraglich.


Auch die Variante, einzelne verliehen Akteure von den Ausbildungsvereinen abzuziehen, kommt für Fritz nicht in Frage. "Im Normalfall macht das für keine Seite Sinn, diesen Prozess vorzeitig abzubrechen. Im Frühjahr macht man dann eine Bestandsaufnahme und entscheidet über den nächsten Schritt." Auf Biegen und Brechen will Bremen keine Ergebnisse erzwingen. Im Blick auf die finanzielle Lage und den Mehrwert müssen die Norddeutschen jede Entscheidung überdenken.

Frank Baumann,Clemens Fritz

Fritz arbeitet eng mit den Verantwortlichen zusammen


Insgesamt geht es natürlich darum, die Grün-Weißen wieder in die Erfolgsspur zu hieven. Ob mit oder ohne Transfers; ein deutlicher Aufschwung ist ein klares Muss. Clemens Fritz ist dabei schon jetzt ein wichtiger Bestandteil. Noch ist er nur als Kaderplaner und Scout tätig, doch in Zukunft könnte er deutlich größere Aufgaben übernehmen. Aktuell durchläuft er bei den Bremern ein Ausbildungsprogramm, was ihn auf lange Sicht für höhere Aufgaben bereit machen soll.


Über eine Nachfolge des bisherigen Sportchefs Frank Baumann verschwendet der langjährige Profi allerdings keine Gedanken. "Das ist für mich zurzeit absolut kein Thema. Erstens kann man im Fußball nicht so weit im Voraus planen. Zweitens freue ich mich über das Vertrauen und die Gelegenheit zum Lernen, die ich gerade vom Verein bekomme." 


Baumanns planmäßige Verlängerung bis zum Sommer 2025 stockt - Fritz ist mit seinem Aufgabenbereich allerdings voll zufrieden.