​Am 29. Januar startet der ​VfB Stuttgart nach der Winterpause der 2. Bundesliga wieder in das packende Rennen um die Aufstiegsplätze. Mit Pellegrino Matarazzo hat dabei ein neuer Cheftrainer im Ländle den Hut auf. Eine der noch zu beantwortenden Fragen ist, ​welcher Torhüter unter dem 42-Jährigen gesetzt sein wird. Sportdirektor Sven Mislintat rechnet dabei Gregor Kobel und Fabian Bredlow ähnlich große Chancen aus und betonte nun die Vorteile dieser Ausgangslage.


Im vergangenen Sommer hatten die Stuttgarter nach der Trennung von ihrer bisherigen Nummer Eins Ron-Robert Zieler einen eher unüblichen Weg gewählt und mit Gregor Kobel und Fabian Bredlow zwei Torhüter auf Augenhöhe verpflichtet. Obwohl beide Keeper noch jung sind und daher umso mehr auf regelmäßige Einssatzzeiten brennen, hat sich diese Ausgangslage bislang für den VfB (noch) nicht als tickende Zeitbombe entpuppt.


Mislintat unterstreicht Kameradschaft der beiden Rivalen


Ein Grund, wieso bei den Stuttgartern bislang noch kein Zickenkrieg um die Nummer Eins aufgekommen ist, sind nach Ansicht von Mislintat vor allem die tadellosen Charakterzüge der beiden Sommer-Neuzugänge. Von Neid und Missgunst kann im Ländle auch dieser Tage keine Rede sein. Vielmehr bezeichnete der Kaderplaner den offenen Konkurrenzkampf um die Vormachtstellung im Gehäuse des VfB laut dem kicker als einen "Traum" und verwies darauf, dass sich die beiden Rivalen auch abseits des grünen Rasens prima verstehen.

Gregor Kobel

So seien die beiden Keeper "sehr dicke, verstehen sich super und pushen sich gegenseitig". Auch Mislintat weiß, wie glücklich sich der VfB schätzen kann, dass seine Torhüter an einem Strang ziehen, schließlich sei es alle andere als üblich, "dass zwei Torhüter sich so gut verhalten, dass sie auch gönnen können." Bei aller Kollegialität zwischen den beiden Schlussmännern, die sich im Trainingslager sogar ein Zimmer geteilt haben, komme der Konkurrenzgedanke im Sinne der Mannschaft aber auch nicht zu kurz. "Ich möchte, dass der Druck im positiven Sinne für die Mannschaft erhalten bleibt. Beide zu haben ist Luxus", so der Sportdirektor.


Torwartrennen beim VfB: Ausgang noch immer offen


Welcher Keeper am Ende das Rennen machen wird, ist auch laut ​Pellegrino Matarazzo aktuell noch völlig offen. Aus den ersten beiden Testspielerfolgen gegen den FC Basel und den ungarischen Klub Fehervar FC ging dabei noch kein eindeutiger Sieger hervor, durften beide Keeper doch jeweils für eine Halbzeit ihr Können unter Beweis stellen. Gegen das Team aus der Schweiz stand Kobel dabei noch in der Startelf, im zweiten Testspiel durfte dann Bredlow von Beginn an ran.

Fabian Bredlow

In der Hinrunde hatte sich Kobel unter Cheftrainer Tim Walter vorerst durchsetzen können und stand die ersten 15 Ligaspiele stets in der Startelf. Nach anhaltenden sportlichen Misserfolgen versuchte Walter gegen Ende der Hinrunde dann einen neuen Impuls zu setzen und so durfte Bredlow in den letzten drei Partien vor der Winterpause sein Können unter Beweis stellen. Beide Keeper zeigten dabei unterm Strich ähnlich ansprechende Leistungen.


Während Bredlow im vergangenen Sommer fest vom 1. FC Nürnberg losgeeist werden konnte, ist Gregor Kobel lediglich bis zum Saisonende von der ​TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen. Sollte sich der Schlussmann in der zweiten Saisonhälfte durchsetzen, könnten die Stuttgarter über einen Kauf in Höhe von 4,5 Millionen Euro nachdenken, sofern die Kraichgauer kein Veto einlegen. Auch von dieser Gemengelage lässt sich Mislintat nicht aus der Ruhe bringen: "Wir sind mit ihm sehr zufrieden und können uns das in dieser Konstellation noch sehr lange vorstellen." Sollte das Pendel zugunsten von Bredlow ausschlagen, dürfte ein Kobel-Verbleib jedoch wohl kaum zu realisieren sein: "Wenn Fabi die komplette Rückrunde spielt, wird Greg nicht gerade erpicht sein, bei uns zu bleiben."