​Der ​SC Paderborn musste sich zum Rückrundenstart der Bundesliga vor heimischem Publikum der Mannschaft von ​Bayer 04 Leverkusen mit ​1:4 geschlagen geben. Cheftrainer Steffen Baumgart zeigte sich nach der Partie nicht nur über den Auftritt seiner Schützlinge unzufrieden, sondern monierte auch die Spielführung der Unparteiischen.


​Steffen Baumgart machte bereits als Spieler aus seinen Gefühlen keine Mördergrube. Als Coach versucht der 48-Jährige zwar sich zu mäßigen, mitunter gehen mit dem Übungsleiter des Aufsteigers aber auch in der Coachingzone die Gäule durch. Besonders aufgebracht zeigt sich Baumgart dabei - wie so viele seiner Trainerkollegene - vor allem dann, wenn er seine Mannschaft von den Schiedsrichtern ungerecht behandelt fühlt.


Baumgart wittert eine Verschwörung


Bereits vor Saisonstart wurden die Paderborner schon allein aufgrund ihrer überschaubaren finanziellen Mittel als Abstiegskandidat Nummer Eins gehandelt. Nach 18 Spieltagen lässt sich festhalten, dass sich diese Befürchtungen bestätigt haben, belegen die Ostwestfalen doch mit lediglich zwölf Zählern auf der Habenseite auch nach dem Rückrundenstart weiterhin den letzten Tabellenplatz. Obwohl auch die Verantwortlichen des Aufsteigers mit einer mehr als nur komplizierten Saison gerechnet hatten, scheinen die Nerven der Paderborner immer angespannter zu sein.

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Nach der Niederlage gegen die Werkself machte Baumgart keinerlei Hehl daraus, dass er mit der Leitung der Referees alles andere als zufrieden gewesen war. Vielmehr bezeichnete er den Auftritt des Hauptschiedsrichters laut dem Sportbuzzer vielsagend als "nicht so gut" . Sauer aufgestoßen war dem Coach dabei, dass der Unparteiische Daniel Siebert seiner Ansicht nach knifflige Spielsituationen zumeist zugunsten der Gäste ausgelegt hatte. 


Baumgart fühlte sich dabei an andere Partien in dieser Saison erinnert und wollte eine Art Muster erkannt haben. So beschleiche ihn mittlerweile das Gefühl, dass die Spielleitung "immer wieder in eine Richtung und nicht in unsere Richtung" tendiere. Angesichts dieser gefühlten Ungerechtigkeit hatte sich Baumgart bereits während der Partie nicht im Zaum halten können und sich eine - auch nach eigener Ansicht - berechtigte gelbe Karte eingehandelt.


Baumgart übt auch Selbstkritik


Die verdiente Niederlage der Paderborner einzig und allein auf vermeintlich zweifelhafte Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns abzuwälzen, wäre aber viel zu billig. Das weiß auch Baumgart, der nach der Partie die Gründe für die Niederlage auch bei sich selbst suchte. Auf seine Spieler einzudreschen erachtete er hingegen angesichts der prekären Lage als wenig zielführend und stellte sich schützend vor seine Mannschaft.


Die bisherige Saisonbilanz des SC Paderborn:

​SiegeRemis​Niederlagen​Tore​​Gegentore
Bundesliga​​3​3​12​21​40
​DFB-Pokal​1​-​1​5​8
​Insgesamt​4​3​13​26​48

Dabei zeigte Baumgart ein feines Gespür für die Schwingungen innerhalb seiner Mannschaft und versuchte als eine Art Blitzableiter aufzutreten. "Ich habe den Jungs gesagt, ich mache mehr Fehler als sie. Und solange ich mehr Fehler mache und wieder aufstehe und dran arbeite und versuche zu analysieren und zu hinterfragen, können sie das auch machen", so der SCP-Coach. Nichtsdestotrotz werden am kommenden Wochenende bei der Partie in Freiburg vor allem seine Spieler gefragt sein. Um gegen die Breisgauer etwas Zählbares herauszuholen, müssen "die Jungs den Kopf hoch nehmen".