Michael Gregoritsch feierte am Freitagabend ein gelungenes Debüt für den FC Schalke 04. Am Österreicher war im Sommer auch Werder Bremen interessiert, doch sowohl vor einem halben Jahr als auch vor dem Wechsel nach Gelsenkirchen zerschlugen sich die Hoffnungen auf eine Einigung mit dem FC Augsburg. Wie Werder-Sportchef Frank Baumann am Sonntagmorgen im Doppelpass erklärte, hat der geplatzte Transfer möglicherweise auch etwas mit einer Frage der Konkurrenz zu tun.


Augsburg bemüht sich Jahr für Jahr darum, das Beste aus seinen nicht allzu großen Möglichkeiten zu machen. Bei den Fuggerstädtern können sich junge Spieler weiterentwickeln und nach einigen Jahren den Sprung zu einem größeren Klub wagen; vorausgesetzt, die Verantwortlichen lassen diesen auch zu. Gespräche mit Manager Stefan Reuter gehören zu den unangenehmeren Terminen, ​der 53-Jährige gilt als harter Hund, der von seinen hohen Forderungen nur selten abweicht.


Nach der abgelaufenen Saison soll Augsburg eine zweistellige Millionensumme für Gregoritsch, der unter Manuel Baum mit 18 Toren in 63 Spielen überzeugte, verlangt haben. Dabei geriet der Angreifer unter Baum-Nachfolger Martin Schmidt aufs Abstellgleis, absolvierte in der Hinrunde nur sechs Bundesligaspiele und wurde nach seinem öffentlich geäußerten Wechselwunsch vorläufig aus dem Aufgebot suspendiert. 


Keine Chance auf Leihe


Für Werder war ein Transfer ob der finanziellen Rahmenbedingungen schnell vom Tisch, ​auch im Winter machte sich Sportchef Frank Baumann keine Hoffnungen. Gregoritsch verließ den FCA trotzdem, spielt in der Rückrunde auf Leihbasis für den FC Schalke. Der 25-Jährige will sich mit guten Leistungen ​für einen langfristigen Verbleib in Königsblau empfehlen, mit einem Tor und einer Vorlage beim 2:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach verlieh er diesem Wunsch bereits Nachdruck.

Ob auch Werder die Chance auf eine Leihe gehabt hätte? "Nein", erklärte Baumann im Doppelpass. "Ich glaube, dass uns da Augsburg mehr als direkten Konkurrenten als Schalke sieht", so die Begründung des 44-Jährigen. Noch in der vergangenen Saison hätte diese Ansicht nicht dem Tabellenbild entsprochen; denn während Werder auf Platz acht landete, beendete Augsburg die Saison 2018/19 auf Rang 15. In der laufenden Spielzeit aber hat Augsburg die Nase vorn und befindet sich im Mittelfeld, Werder hingegen kletterte dank des knappen Erfolgs bei Fortuna Düsseldorf auf den Relegationsplatz und kämpft in dieser Saison gegen den Abstieg, statt um Europa zu spielen. 


Baumann benennt Kader-Defizit - Rüstet Werder weiter nach?


Viele Aspekte spielen eine Rolle im Bremer Sinkflug, der Kader wurde daher bereits optimiert. Mit Kevin Vogt hat Trainer Florian Kohfeldt die gewünschte Verstärkung für die Abwehr bekommen, weitere Transfers scheinen nicht ausgeschlossen: "Wir haben in der Kaderzusammenstellung verschiedene Ansprüche an die Eigenschaften der einzelnen Spieler. In puncto 'dominanter Charakter' haben wir aktuell sicherlich ein Defizit", so Baumann.

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