​Der ​VfB Stuttgart hatte im vergangenen Sommer seinen kompletten Kader einmal auf links gedreht und eine Flut an neuen Spielern verpflichtet. Mittelfeldspieler ​Wataru Endo hatte dabei seine liebe Müh und Not auf sich aufmerksam zu machen und wurde erst gegen Ende der Hinrunde plötzlich zu einer festen Größe. In einem Interview blickte der 26-jährige Japaner nun auf seine heikle Eingewöhnungsphase zurück und zeigte sich demonstrativ kämpferisch.


Als die Stuttgarter den zweikampfstarken Sechser Mitte August vom belgischen Klub VV St. Truiden loseisen konnten, war Endo nur ausgewiesen Fußballexperten ein Begriff gewesen. Da die Stuttgarter für ihre einjährige Leihe jedoch nur 300.000 Euro Leihgebühr entrichten mussten und auch die kolportiere Kaufoption bei überschaubaren 1,5 Millionen Euro liegen soll, erwartete man sich von dem 22-fachen japanischen Nationalspieler keine Wunderdinge.


Endos schwere Anfangszeit - Gomez als Motivator


Auch Tim Walter, damals noch Cheftrainer des VfB Stuttgart, benötigte einige Trainingseinheiten, um aus dem Neuzugang ganz schlau zu werden. Kompliziert wurde die Eingliederung des Mittelfeldspielers dabei zusätzlich durch die häufigen Abstellungen an die japanische Nationalmannschaft und die damit einhergehenden Reisestrapazen und verpassten VfB-Trainingseinheiten.

Mario Gomez,Wataru Endo

In einem Gespräch mit der BILD gab Endo nun unumwunden zu, dass die ersten Monate im Ländle für ihn alles andere als leicht gewesen waren: "Natürlich war es eine schwere Zeit. Aber ich habe nie resigniert. Ich wusste, dass ich meine Chance bekommen werde und habe an mich geglaubt." Als hilfreiche Stütze hatte sich bereits in dieser Zeit aber sein Kabinenbanknachbar ​Mario Gomez erwiesen. "Er hat in der Kabine seinen Spind neben meinem. Mario sagte mir mehrmals: ‚Deine Zeit wird kommen.‘ Das tat sehr gut", so Endo.


Prominente Vorbilder


Ausgerechnet beim 3:0-Derbysieg gegen den Karlsruher SC am 14 Spieltag wurde Endo von seinem Coach für seinen Trainingseifer belohnt und stand völlig überraschend in der Startelf. Der zentrale Mittelfeldspieler verrichtete dabei einen derart überzeugenden Job, dass er auch in den darauffolgenden vier Ligaspielen bis zur Winterpause stets über die volle Distanz ran durfte. 


Eine Stärke, die Endo in diesen Spielen zur Schau stellen konnte, war neben seinem exzellenten Gespür für brenzlige Situation vor allem sein Kopfballspiel. Gegenüber dem Boulevardblatt verriet der nur 1,78 Meter große Sechser nun sein Erfolgsgeheimnis: "Das Timing ist das Wichtigste. Zudem habe ich eine sehr gute Sprungkraft. Die habe ich intensiv trainiert."

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Ohnehin gilt Endo seit jeher als akribischer Arbeiter und versucht im Vorfeld einer Partie nichts dem Zufall zu überlassen. Die Vorliebe für eine körperbetonte Spielweise kommt bei Endo dabei nicht von ungefähr. Vielmehr offenbarte das Zweikampfmonster, dass es ihm bereits in seiner Kindheit vor allem zweikampfstarke Spieler sehr angetan hatten. Zu den Idolen gehörten dabei die Verteidigerlegenden Carles Puyol und Fabio Cannavaro, aber auch der ehemalige Bayern-Profi ​Arturo Vidal.


Neue Rolle unter Matarazzo?


Aus Sicht von Endo könnte der Trainerwechsel beim VfB recht ungelegen kommen, schließlich hatte er sich unter Walter zuletzt endlich einen Namen machen können und werden unter dessem Nachfolger Pellegrino Matarazzo die Karten dieser Tage wieder neu gemischt. Da Endo aber unisono als die größte Entdeckung der letzten Spiele bezeichnet wird, werden ihm auch unter dem neuen Übungsleiter gute Chancen auf einen Stammplatz eingeräumt.


Das Spielerprofil von Wataru Endo:

​PositionDMF​
​Alter​26
​Marktwert​2 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2020 (Leihe)
​VfB-Spiele​6
​VfB-Scorerpunkte​-


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Möglicherweise wird sich Endo dabei aber auf eine Systemumstellung einlassen müssen, ​testete Matarazzo doch zuletzt eine defensive Dreierkette. Wie Endo nun verriet, könnte er im Zuge dessen möglicherweise vom defensiven Mittelfeld in die Hintermannschaft zurückbeordert werden. Auch für diese Aufgabe sieht sich der längst zuversichtlich auftretenden Sommer-Neuzugang aber mittlerweile absolut gerüstet: "Der Trainer fragte mich bereits, ob ich mir die Innenverteidigung zutraue. Ich habe ihm gesagt: Klar, kein Problem für mich."