​Die unabhängige Interessenvertretung der europäischen Fußballvereine (ECA) hat im Zuge der angedachten Modifizierungen der ​Champions League dem europäischen Fußballverband UEFA einen Vorschlag zur Güte gemacht. Sollte er sich durchsetzen, würden die teilnehmenden Klubs bis zu vier Spiele mehr als bisher absolvieren.


Dass die UEFA schon seit Längerem plant, den Austragungsmodus der Champions League zu verändern, ist hinlänglich bekannt. Hintergrund ist die ständige latente Bedrohung seitens der ganz großen Vereine (um Real Madrid, FC Barcelona, Bayern München, Juventus und Manchester United), gegebenenfalls eine eigene sogenannte ​Super League ins Leben zu rufen, mit einem relativ starren Teilnehmerkreis und erheblich geminderter Permeabilität. 


Damit es nicht soweit kommt, muss die UEFA liefern - und Vorschläge für eine Veränderung der Königsklasse auf den Tisch legen, die die Interessen der Klubs befriedigen. Der von der ECA nun unterbreitete Vorschlag könnte dabei durchaus auf fruchtbaren Boden fallen.


Denn mehr Spiele bedeuten für die Klubs natürlich auch mehr Einnahmen. Sei es über die Prämiengeld-Ausschüttung, über das Ticketing oder über die immer lukrativeren Fernsehrechte.

Und mit Geld hat man noch so fast jedes Problem im Fußball lösen können. 


Zweite Gruppenphase oder Sechsergruppen


Einem Bericht der englischen Times zufolge (via as.com) beinhaltet der Vorschlag der ECA zwei verschiedene Möglichkeiten. 


Plan A sieht vor, nach der ersten Gruppenphase eine weitere Gruppenphase mit Vierergruppen (statt des bisher üblichen Achtelfinales) einzuführen. In dieser würden die Klubs dann erneut drei Auswärts- und drei Heimspiele absolvieren - macht sechs Partien (statt der nur zwei in einem Achtelfinale). 


Ganz neu wäre das nicht: Bereits zwischen 1999 und 2003 gab es schon mal eine zweite Gruppenphase, aus deren Siegern (und zweitplatzierten Teams) sich dann die Teilnehmer des Viertelfinales rekrutierten. 


Die andere Option (Plan B) wäre, bereits von Beginn des Turnieres an sechs Sechsergruppen zu bilden. Jedes Team hätte dann zehn Gruppenspiele (statt der bisherigen sechs), was ebenfalls eine Ausweitung um vier Spiele bedeuten würde.


Die ersten beiden einer jeden Gruppe plus die vier besten Gruppendritten würden ins Achtelfinale einziehen, ab dem dann der klassische K.o-Modus mit Hin-und Rückspiel greift.


Die Times berichtet ferner, dass bereits konkret darüber nachgedacht wird, die am Ende wie auch immer gearteten Modifikationen ab der Saison 2024/25 zu implementieren. Das Gespenst einer als Super League getarnten geschlossenen Gesellschaft wäre damit wohl dennoch nicht endgültig vom Tisch. Denn Gier kennt bekanntlich keine Grenzen.