​Der ​VfB Stuttgart sortiert sich derzeit nach der Amtsübernahme von ​Pellegrino Matarazzo neu, um unter dem neuen Cheftrainer in der Rückrunde konstant das eigene Potenzial ausschöpfen zu können. Ein wichtiger Faktor beim angedachten Sturmlauf auf die direkten Aufstiegsplätze wird die Torhüterposition sein. Sowohl Fabian Bredlow, als auch Gregor Kobel können sich bislang gute Karten auf die Nummer Eins ausrechnen.


Bereits vor dem Start in die aktuelle Saison hatten sich die Kaderplaner der Stuttgarter rund um Sportdirektor Sven Mislintat dazu entschieden, nach der Trennung von Ron-Robert Zieler den Konkurrenzkampf im Gehäuse der Schwaben komplett neu zu entfachen. 


Anstatt einen klaren Stammtorhüter und einen genügsamen Backup - womöglich stolzen Alters - zu verpflichten, holten die Stuttgarter mit Gregor Kobel und Fabian Bredlow zwei junge Keeper ins Boot, die sich beide Hoffnungen auf einen Stammplatz machen konnten.


Kobel beim VfB Stuttgart lange gesetzt


Zunächst hatte sich Kobel unter Ex-Coach Tim Walter durchsetzen können. Der bis zum Saisonende von der ​TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen Keeper stand bis zum 16. Spieltag stets in der Startelf und wurde selbst nach anfänglichen Wacklern nicht aus der Mannschaft genommen. 


Bredlow blieb nichts anderes übrig, als im Training auf sich aufmerksam zu machen. VfB-Luft schnuppern durfte der ehemalige Nürnberger, abgesehen von zwei Partien im DFB-Pokal, lediglich am siebten Spieltag, als sich Kobel im Laufe der Partie gegen Greuther Fürth verletzte.

Gregor Kobel

Doch obwohl Bredlow - im Gegensatz zu Kobel im Sommer fest verpflichtet - in den rund 22 Minuten gegen die Kleeblätter einen guten Eindruck hinterlassen konnte, musste er sich am darauffolgenden Spieltag dem wieder genesenen Kobel unterordnen. 


Erst am 16. Spieltag entschloss sich Walter dazu, seiner zuvor häufig wackligen Hintermannschaft neues Leben einzuhauchen und verbannte Kobel auf die Ersatzbank. Diese Entscheidung hatte aber wohl vor allem gesundheitliche Gründe und war nicht wirklich Ausdruck einer klaren Kräfteverschiebung zwischen den Pfosten.


Alles auf Anfang beim VfB Stuttgart


Nun, da mittlerweile Matarazzo in Stuttgart das Sagen hat, kann sich Bredlow ohnehin nicht auf seinen jüngsten Einsätzen als Stammspieler ausruhen. Vielmehr werden ​die Karten unter dem neuen Trainer neu gemischt - so lässt sich bislang kaum absehen, wer beim ersten Pflichtspiel nach der Winterpause Ende Januar gegen den 1. FC Heidenheim das Gehäuse der Stuttgarter hüten darf. Zuletzt hatte Matarazzo beiden Torhütern gleiche Chancen zugesprochen und lediglich zu verstehen gegeben, dass er den VfB auf dieser Position gut aufgestellt sieht.

Pellegrino Matarazzo

Auch Bredlow zeigte sich gegenüber den Stuttgarter Nachrichten zuletzt tiefenentspannt und erläuterte die aktuelle Lage im Ländle: "Ich fühle mich weder als Nummer eins noch sehe ich mich als Herausforderer. Wir starten beide wieder bei null." 


Auch Kobel sieht sich von seinem Selbstverständnis eigentlich klar als die Nummer eins, präsentierte sich bislang aber als echter Teamplayer. Dokumentiert wird das gute Verhältnis der beiden sportlichen Rivalen schon allein dadurch, dass sich die beiden Schlussmänner im Trainingslager in Marbella ein Zimmer teilen und sich nach eigenen Aussagen auch gerne über fußballfremde Themen unterhalten.


VfB sollte sich auf Nummer eins festlegen


Noch hat Matarazzo im Verbund mit seinem Torwarttrainer ausreichend Zeit, eine neue Hierarchie zwischen den Pfosten herauszuarbeiten. Einige Fälle - auch anderer Klubs - haben in der Vergangenheit aber aufgezeigt, dass es sich durchaus lohnen kann, sich schlussendlich auf eine klare Nummer eins festzulegen. Das Leistungsprinzip sollte dadurch zwar keineswegs ausgehebelt werden, eine Gewissheit, auch trotz kleinerer Unzulänglichkeiten am kommenden Wochenende erneut auflaufen zu dürfen, kann das Selbstvertrauen eines jeden Spielers und insbesondere von oftmals sensiblen Keepern aber erheblich pushen und sich somit positiv auf den Erfolg der ganzen Mannschaft auswirken.


Bredlow und Kobel im Direktvergleich:

Bredlow​Kobel​
Alter​​24​22
​Marktwert​0,5 Mio. €​5 Mio. €
​Vertragslaufzeit​30.06.2022​30.06.2020 (Leihe)
​VfB-Spiele​6​15
​Gegentore​5​20
​Spiele zu Null​2​4

(Marktwerte laut transfermarkt.de)


Von außen betrachtet fällt die Wahl zwischen Bredlow und Kobel dabei freilich nicht leicht, agieren beide Keeper doch auf einer Augenhöhe, weshalb am Ende Nuancen entscheiden dürften. Nicht zu unterschätzen ist dabei, wie die jeweiligen Keeper mit ihren Vorderleuten harmonieren und inwiefern sie über ihre reine Torhüterrolle hinaus in der Lage sind, dem ganzen VfB-Gebilde mehr Struktur zu verleihen.


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