​Nach der schweren Knieverletzung von Stürmer Luis Suárez fahndet man beim ​FC Barcelona fieberhaft nach Lösungen. Sowohl extern, auf dem winterlichen Transfermarkt, als auch intern, über Umstellungen der Aufstellung oder gar durch Unterstützung aus den untergeordneten Abteilungen.


Zumindest tummelten sich am gestrigen Donnerstag gleich einige Spieler aus der Zweiten Mannschaft beim Training der Profis. Zwei Talente gerieten dabei besonders in den Fokus der Beobachter: Abel Ruíz und Alejandro Marqués. Die beiden Spieler gewannen im vergangenen Sommer gemeinsam die U19-Europameisterschaft mit Spanien.


Der 19-jährige Ruíz stammt eigentlich aus dem Nachwuchs des Ligakonkurrenten Valencia, kam aber schon mit zwölf Jahren zu den Blaugrana, bei denen er seitdem sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen hat.

Abel Ruiz

Immerhin schon fünf Scorerpunkte in 17 Spielen für die Barça-Filiale: Abel Ruíz



In der aktuellen Spielzeit kam er in der Gruppe III der Segunda División B (vergleichbar mit der Dritten Liga Deutschlands) in bisher 17 gespielten Partien auf drei eigene Treffer und zwei Vorlagen.


Nicht ganz so erfolgreich verlief die Saison bislang für Alejandro Marqués. 

Alejandro Marques

In dieser Spielzeit noch ohne Scorerpunkte: Alejandro Marqués



Der in Venezuela geborene Mittelstürmer, der in der Jugend des Stadtrivalen Espanyol ausgebildet wurde,  konnte in seinen elf Einsätzen weder ein Tor erzielen, noch eines vorbereiten. 


Obwohl sowohl Ruíz als auch Marqués bei den Verantwortlichen der Nachwuchsarbeit des Klubs immer noch einen guten Ruf genießen, gelten beide Talente nicht mehr als unantastbar. Marqués' Vertrag läuft in diesem Sommer aus, und bislang haben sich Klub und Spieler noch nicht auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit verständigen können. Bei Ruíz sieht die Situation nicht ganz so dringlich aus, da sein Vertrag noch bis 2021 läuft. Doch auch für ihn würde sich der FC Barcelona Angebote zumindest anhören. 


Setién gibt der Jugend gerne eine Chance - aber...


Doch Quique Setién ist dafür bekannt, Talenten eine Chance zu geben. Gut möglich also, dass die beiden genannten Spieler demnächst Einsatzzeiten bekommen werden. Doch dürfte vom Klub seriöserweise eher nicht geplant sein, mit den beiden Talenten den Ausfall des Uruguayers zu kompensieren. ​Wahrscheinlicher ist vielmehr ein Umbau der taktischen Ausrichtung, mit Leo Messi oder Antoine Griezmann in anderer Funktion als bisher


Mit Ansu Fati hat man zudem ein vielversprechendes Talent im Profi-Kader, das bereits mit seinen jungen Jahren gezeigt hat, auch auf höchstem Niveau eine wertvolle Option für die Offensive der Katalanen sein zu können.


Doch trotz der Möglichkeiten, die das eigene Personal hergibt, hält sich die Klub-Führung natürlich auch weiterhin die Option offen, in diesem Winter nochmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden.