​Der ​HSV scheint seinem Vorhaben, eine kontrollierte Pyro-Show in seinem Stadion abzuhalten, einen entscheidenden Schritt weitergekommen zu sein. Denn auch die Politik unterstützt jetzt die revolutionäre Idee des Zweitligisten. 


Geplant ist, beim Heimspiel des Hamburger SV gegen den ​Karlsruher SC am 8. Februar in einem gesicherten Bereich des Stadions, zwischen Spielfeld und Heimblock, insgesamt zehn Rauchfackeln kontrolliert abzubrennen. Doch vorher gilt es, die drei dafür erforderlichen Genehmigungen (von der Stadt Hamburg, von der DFL und vom DFB) einzuholen. 


Was die Unterstützung der Hansestadt betrifft, kann sich der Klub ihrer sicher sein. Nachdem DFL-Boss Christian Seifert zuletzt und mit Verweis auf die Statuten gesagt hatte, dass "unter gewissen Rahmenbedingungen der kontrollierte Einsatz von Pyrotechnik möglich" sei, preschte Hamburgs Innensenator Andy Grote vor und kündigte an, den HSV bei ebendiesem Vorhaben zu unterstützen. Immer unter der Bedingung, dass alle sicherheitstechnischen Voraussetzungen erfüllt sind. Als Begründung lieferte Grote die Analogie zu einem Rockkonzert. Was dort erlaubt sei, dürfe man dem HSV nicht verbieten. 


Die Angst der Verbände vor einer Katastrophe


Wie die Sport Bild erfahren haben will, sollen sich unter diesen Rahmenbedingungen auch die DFL und der DFB nicht mehr gegen das Vorhaben des HSV sträuben. Wenn auch mit gewissen Bauchschmerzen. Das Alptraumszenario einer Pyro-Veranstaltung, die dann aus dem Ruder läuft, beherrscht das Denken vieler in beiden Organisationen. Aus dem DFB heraus werden immer wieder mahnende Beispiele angeführt, wie die Love Parade 2010 in Duisburg, bei der infolge einer Massenpanik 21 Menschen zu Tode kamen und 650 verletzt wurden. 


Die Verantwortung soll demnach auch in Gänze beim Veranstalter mit Heimrecht (dem HSV) und der Stadt liegen. Doch das Interesse an kontrollierten Pryo-Aktionen hat der HSV nicht allein, sondern teilt er auch mit anderen Vereinen. DFL und DFB gehen deshalb davon aus, dass die geplante Pyro-Show Anfang Februar im Volksparkstadion auch Nachahmer in der Bundesliga finden wird. 

1. FC Magdeburg v Borussia Dortmund - DFB Cup

Auch die BVB-Fans zündeln gerne



Klubs wie ​Eintracht Frankfurt​Schalke 04, Werder Bremen oder auch der Lokal-Rivale vom ​FC St. Pauli befinden sich deswegen im engen Austausch mit dem Dino, um die Umsetzung der Pläne genau zu verfolgen.


Konkurrenz unterstützt den HSV


Nicht zufällig sind die genannten Vereine genau die, die wie der HSV in den letzten Jahren wiederholt empfindliche Geldstrafen für das unerlaubte Abbrennen von Pyro-Technik durch ihre Fans bezahlen mussten. St. Paulis Präsident zeigt sich jedenfalls solidarisch mit seinem Nachbarn aus dem Hamburger Westen: "Das ist eine im Rahmen behördlicher Genehmigungen nachvollziehbare Initiative." 


Und selbst eine Liga unter dem HSV stößt dessen Vorstoß auf Zustimmung. So zeigte sich Chris Förster, Geschäftsführer des FC Carl Zeiss Jena, angetan von der Hamburger Initiative: "Ich finde den Ansatz des HSV sehr gut, Pyrotechnik genehmigen zu lassen und damit besonderen Spielen einen besonderen Rahmen zu geben. Sofern dem HSV diese Genehmigungen erteilt werden, würden wir diesen Weg auch gern mit unserer Fan-Szene beschreiten."


Ganz eindeutig: Das Thema wird den deutschen Fußball auch in den kommenden Jahren beschäftigen.